Ich sollte es eigentlich besser wissen, nach so vielen Jahren Gartenarbeit. Alles faengt im Fruehjahr ganz klein an und so einiges davon waechst im Laufe des Jahres zu wahren Giganten heran. Was Mitte Mai noch aussieht als wuerde es in Kuerze den Geist aufgeben, mausert sich in drei Monaten zu einem Monster von Pflanze. Magentaspreen ist so ein Kandidat, Wassermelone noch viel mehr und Kiwano braucht eingentlich auch ein Gewaechshaus fuer sich alleine, so gross wird die.

Manche lernen es nie

Aber wie ich nun mal so bin, unverbesserlich und vor allem unersaettlich, in jedem Fruehjahr wachsen auf allen Fensterbaenken und Anzuchtkisten, im Folientunnel und wer weiss noch wo, eine ganze Armee von Nutzpflanzen heran, die alle ihren Platz im Garten suchen. Und dann noch die Gartencenter!! Was da so alles angeboten wird. Ich kann ja nie dran vorbeigehen. Ob Tabak, Minitamarillo oder Zuckermelone, die laecheln mich so nett an, ich muss sie einfach aus diesem Elend namens Gartencenter Rollwagen erloesen. So bin ich nun mal und ich habe schwer die Befuerchtung, ich werde auch immer so bleiben.

Gewaechshaus richtig bepflanzen

Hier sehen Sie ein gutes Beispiel dafuer, wie man es nicht machen soll. :)

Nix ist umsonst

Die Quittung fuer diese “lobenswerte” Eigenschaft bekomme ich dann regelmaessig gegen Ende des Sommers. Ueberlastung, Zeitmangel und manchmal auch Ueberdruss machen sich breit und ich lasse die Sache schleifen. Folge, aus diesen anfaenglich so winzigen und zerbrechlichen Geschoepfen haben sich Monster entwickelt, die kaum noch zu baendigen sind. Entweder sie produzieren Samen in unvorstellbarer Menge, an denen ich noch Jahre meinen Spass haben werde, sie ranken schneller als ich sie abschneiden kann oder produzieren Fruechte in einer Menge, dass sie niemand mehr essen oder verarbeiten kann.

Dabei meine ich es doch nur gut

Nehmen wir mal unseren Folientunnel in diesem Jahr. Koennen Sie sich vorstellen, wie leer und verlassen diese 55 Quadratmeter nach dem Winter aussehen? Haben sie eine Ahnung, wie unendlich riesig der Platz darin aussieht, wenn die ersten mickrigen Salatblaetter aus der Erde schauen. Das verleitet doch geradezu dazu, hier und dort noch ein Pflaenzchen zu pflanzen. Hier noch ein Tomaetchen, ach, die Sorte wollte ich schon so lange mal probieren, dort noch ein Meloenchen, vielleicht klappt es ja in dieser Saison mit Honigmelonen und dort noch ein Miniguerkchen, die kann man doch nirgendwo kaufen, dann muss ich die doch haben. :)

Blueten ueber Blueten

Mag ja in Suedamerika gut fruchten. Hier bei mir nicht. Tausende von Blueten, aber keine einzige Frucht.

Ein paar Wochen spaeter sind sie, wenn sie noch leben, immer noch nicht gewachsen. Klar, die muessen doch erst Wurzeln bilden, ehe sie in die Hoehe wachsen. Das weiss ich doch alles. Trotzdem, ein paar Nachzuegler unter den vorgezogenen Pflanzen finden sicherlich noch Platz. Es laesst sich immer noch eine “tote” Stelle im Tunnel finden, die sonst ungenutzt verloren ist. Also geht es weiter, bis genueged Gruen im Tunnel steht und ich endlich zufrieden bin. Wenn man denn bei mir ueberhaupt von zufrieden sprechen kann. :)

Honigmelonen Anbau im Gewaechshaus

Eine konnten wir ernten. Alle anderen sind von Schnecken angefressen worden und dann verfault.

Dann beginnt das grosse “Wachsen”

Irgendwann geht’s dann los. Man kann zusehen, wie all diese filigranen Triebe und Blaettchen wachsen. Von Tag zu Tag. Nahezu unglaublich, was aus dem ein oder anderen krueppeligen Etwas wird. Litschitomate z.B. in diesem Jahr. Gott oh Gott, die alleine haette schon 10 Quadratmeter benoetigt, um ordentlich Luft und Licht zu bekommen. Was aber mache ich, ich gebe ihr einen Quadratmeter und direkt daneben pflanze ich auch noch zwei Melonenbirnen. Vergessen wir’s.

Melonenbirne

Auch so eine Erfolgsgeschichte. Zwei Pflanzen und zwei Fruechte. Da kann man doch nicht meckern :)

In einer anderen Ecke des Tunnels wachsen irgendwelche suedamerikanischen Exoten. Hab die Namen vergessen. Gott im Himmel, ich habe schon drei mal so viel weggeschnitten, wie noch uebrig ist, und trotzdem, das Ding waechst weiter. Durch den Spalt der Tuer drei Meter nach draussen, Ranken von mehreren Metern Laenge, tausende und abertausende von Blueten, aber bis Ende September noch keine einzige Frucht. Das schaffen nur die Profis unter den Selbstversorgern. :)

Litschitimate

Also mein Fall ist diese Litschitomate nicht. Schmeckt irgendwie “komisch”. Es scheint mir auch so, als ob bei uns der passende Bestaeuber fehlt. Ein Meer von Blueten, aber nur eine Hand voll Fruechte. Alle anderen Blueten sind vertrocknet und abgefallen.

Oder aber Honigmelone. Ich haette ja gerne wieder eine Wassermelone gehabt, konnte aber im Handel keine bekommen und meine eigenen sind nicht gekeimt. Also kurzerhand auf Honigmelone ausgewichen. Aber nicht nur eine :) , wenn schon denn schon, direkt zwei. Eine Balkonhonigmelone in die eine Ecke, und mittendrin noch eine stinknormale Netzmelone. Verdammmich, das war ein grosser Fehler. Alleine diese genannten Pflanzen haetten fuer den Tunnel voll und ganz ausgereicht. Es haette gar keiner Tomaten, keiner Paprika, Chili und schon gar keiner Schlangenkurken bedurft, die natuerlich auch noch alle darin wachsen.

Ne, ne, zu viel ist zu viel.

Hau mir jemand auf die Finger, wenn mich wieder das “Erloesmich aus diesem trostlosen Gartencenterleben” Virus packt.

Ach wissen Sie, schauen Sie sich meinen Film an. Dann wissen Sie wovon ich spreche. :)

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Unser Land ist verloren. Hoffnungslos verloren. Wir stehen kurz vor dem Untergang. Das glauben Sie nicht? Doch doch, es ist so. Schuld daran ist nicht etwa ein sich naehernder Komet oder ein kurz vor Torschluss noch zerplatzendes AKW. Der Grund ist nicht die Erderwaermung oder der damit steigende Meeresspiegel, der mir schon bald das Angeln auf Plattfisch vor der Haustuer erlaubt. Sonnenwinde, saurer Regen, eine schleichende Vergiftung durch Monsanto sind auch nicht der Grund dafuer. Weder werden wir von Autoabgasen aus E10 Kraftstoff vergiftet noch sind unsere Ackerboeden bis auf den Erdmantel erodiert. Ebola ist auch nicht Schuld daran und schon gar nicht das ueberaus erquickende Fernsehprogramm. Weder Handystrahlen noch ins Bodenlose sinkende Aktienkurse tragen daran die Schuld. Der Grund liegt ganz woanders. Den Rest des Eintrages lesen »

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Weiter geht’s mit meinem Gartenrundgang im September. Heute sehen Sie Bohnen, Gruenkohl mit den dazu passenden Raupen, sie sehen Gaense, die grundsaetzlich immer dann aus ihrem Gehege ausbrechen, wenn ich im Garten bin. Sie sehen welkenden Spargel und eine Tabakpflanze, eine riesige Zucchini und auch einen hoffentlich nicht abgestorbenen Apfelbaum. Ich suche die ersten Walnuesse und freue mich darueber, dass noch in allen Bienenvoelkern Bienen leben. :) Ich “gewaehre” Ihnen einen Blick ins Gewaechshaus, ueber das in den folgenden Tagen auch ein Video kommt, und frage Sie nach Ihren Gartenwuenschen fuer die kommende Saison. Ich werde naemlich im naechsten Jahr ein zusaetzliches Stueck Garten zur Verfuegung haben, auf dem ich Ihre Wuensche erfuellen kann. Sagen Sie mir, welche Kultur Sie gerne sehen wuerden und welche Themen ich noch behandeln soll.

Viel Spass beim Film Den Rest des Eintrages lesen »

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Mach doch mal einen Film ueber dieses, mach doch mal einen Film ueber jenes. Mach doch mal wieder einen Gartenrundgang. Ja ja, ich arbeite doch schon wie ein Duracell-Hase. Kaum ein Tag an dem ich nicht mit der Kamera durch den Garten laufe. Ich mache mir naechtelang Gedanken darueber, welche Filme ich noch drehen koennte. Da kommt so manches mal die eigentliche Arbeit im Garten zu kurz. Also bitte nicht so ungeduldig. :) Ich habe auch nur zwei Arme und zwei Beine.

Wieder so ein Gartenrundgang von mir, aufgeteilt in zwei Filme. Heute im ersten Teil sehen Sie, was aus meinem Weizenfeld geworden ist, was ich mit dem Stueckchen Gruenduengung gemacht habe, Sie sehen ein Maisfeld, die Kartoffeln und vieles vieles mehr.

Viel Spass dabei. Teil zwei folgt morgen. Den Rest des Eintrages lesen »

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Das war ein Satz mit X, die Sache mit dem Blumenkohl in diesem Jahr. Vielleicht war ich einfach auch von den vergangenen Jahren zu verwoehnt. Da konnten wir naemlich Spitzenernten einfahren. Schoene, grosse, (fast :) ) makellose Blumenkohle, wie man sie sich besser nicht haette wuenschen koennen. In weiss, in violett, einfach eine Augenweide. Und in diesem Jahr? Den Rest des Eintrages lesen »

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