Archiv für Februar 2009

Der Kleingartenblog berichtet von den ersten Mitessern im Garten. Und dabei ist doch noch gar nichts zu holen. Wir haben uns auch einmal auf die Suche begeben und tatsaechlich, es ist wieder so weit. Kaum steigen die Temperaturen etwas an, kaum ist der Boden aus dem Dauerfrost erwacht, da sind sie wieder, des Gaertners liebste Haustiere. Sie lauern unter Brettern und Toepfen, sie verstecken sich in Ritzen und Spalten, sie kleben unter Gehwegplatten und Mulch. Der Winter hat ihnen nichts anhaben koennen, und sie sind bereit, uns Gaertnern mit ihrem fleissigen Schaffen richtig Freude zu bereiten. Wir reden von Schnecken. Diese kleinen schleimigen “Biester”.

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Heute hatten wir ein paar Minuten Zeit fuer den Garten. Das Wetter ist mit 10 Grad schon fast mild zu nennen. Untaetig herumzusitzen und die frische Luft zu geniessen ist allerdings nicht unser Ding. Jedenfalls nicht meins. Und so habe ich mich an die Arbeit gemacht.

Wir gaertnern in unserem Garten nicht ueberall auf gleich guter Erde. Als wir den Garten uebernommen haben, hat uns der Verein eine LKW Ladung Mutterboden spendiert. Dazu haben wir mit einem Bagger ein vielleicht 40 bis 50 Zentimeter tiefes Loch ausgehoben und die angelieferte Erde hineingekarrt (wir denken noch mit Schmerzen an diese Arbeit zurueck). Das ist der Teil der mit Schneckenzaun umgeben ist. Eigentlich sollte es dabei bleiben. Ist es aber nicht. Im Laufe der Zeit wurden immer mehr Beete angelegt. Die schwere lehmige Erde wurde in muehsamer Arbeit mit dem Spaten, der Spitzhacke oder der Brechstange gelockert, die Lehmklumpen zerschlagen und teilweise auch gesiebt. Wir haben zum Teil Sand zugegeben, wir haben Unmengen Kompost auf den Beeten verteilt, und doch sind wir noch weit von einem halbwegs guten Gartenboden entfernt.

Wir haben ein kleines Video zusammengestellt, das die verschiedenen Boeden im Garten zeigt.

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Wir waren einige Tage nicht im Garten. Haette vermutlich auch nicht viel gebracht. Bei Dauerregen und Temperaturen gerade ueber dem Gefrierpunkt ist nicht viel zu unternehmen. Eigentlich wird es Zeit, die ersten Beete fertig zu machen. Melde, die wir noch einmal aussaeen wollen, Dicke Bohnen und auch bald Spinat koennte schon fast gesaet werden. Es ist jedoch so nass, an irgendwelche Bodenarbeiten ist nicht zu denken. Und doch, bei unserem Rundgang konnten wir doch wirklich weitere Lebenszeichen entdecken. Eine unserer beiden Rhabarberpflanzen schiebt die ersten Blaetter aus der Erde. Gerade mal so, dass man sie erkennen kann. Irgendwie stimmt uns das froh. Nach dieser schier endlosen Winterzeit (so kommt es einem jedenfalls in jedem Jahr vor) endlich ein Zeichen dafuer, dass es wieder aufwaerts geht.

rhabarber-kommt

Aber auch andere Mitbewohner im Garten scheinen die Veraenderung zu spueren.

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Heute zwei weitere Filme aus einer Reihe, die wir schon einmal am 30.01.2009 vorgestellt haben. Solch eine Ordnung wuenschen wir uns auch im Garten. Keinerlei Unkraut, exakte Pflanzabstaende, wirklich schoen gemacht.

Im zweiten Film, bei dem das Wachstum schon ein gutes Stueck fortgeschritten ist, sind doch wirklich 2 Schnecken zu sehen. Enorm - wir koennen uns an Zeiten erinnern, da hat es kaum eine einzige Pflanze in unserem Garten gegeben, an der nicht mindestens zwei Schnecken sassen. Irgend etwas machen wir falsch. :) Wir kaempfen mit Schnecken, mit Voegeln, mit Maulwuerfen und Wuehlmaeusen, wir kaempfen mit Kaninchen und dem Unkraut und es gibt Momente, da denkt man den Kampf verloren zu haben. Tagelang haben wir schon jeden Tag eine Schuessel voll Schnecken abgesammelt, und jeden Tag waren wieder genausoviele neue da. Man fragt sich wirklich wo diese Heerscharen herkommen.

Mulchvlies haben wir auch schon einmal benutzt. Darunter fuehlten sich die Maulwuerfe und Maeuse so wohl, jeden Tag waren die Pflanzen, die wir gesetzt haben, wieder aus der Erde gedrueckt. Es ging so weit, das wir das Vlies wieder entfernen mussten. Nur bei den Erdbeeren hat es besser funktioniert. Vielleicht lag es daran, das Erdbeeren erst Ende Sommer gepflanzt werden. Da waren nicht mehr so viele unterirdische Bewohner unterwegs. Es mag daran liegen, das den Sommer ueber im Garten viel zu viel Betrieb herrscht und das sie davon verschreckt werden. An einer Stelle haben wir im letzten Jahr die Erdbeeren entfernt und das schwarze Vlies abgenommen. Die Erde darunter sah wie ein Schweizer Kaese aus.. Gang neben Gang.

Selbst die Zwiebeln, und vor allen Dingen die Moehren wachsen im Film unter Vlies prima. Wir sollten doch noch einmal einen Versuch mit Mulchvlies wagen.

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Ich moechte Gelis Kommentar zu Gemuesegaertner sind hip zum Anlass nehmen, eine Lanze zu brechen fuer ein wenig Kreativitaet und Freiraum im Garten.

Ich gebe zu, Deutschland ist ein sehr reglementiertes Land. Keine Frage. Und vieles von diesem enormen Regelwerk kann einem den “Spass am Leben” schon gehoerig vermiesen. Dass es aber so schlimm kommen kann, dass jemand seinen Garten, den er liebt, aufgibt, ist schon schmerzlich zu hoeren. Als wir uns vor einigen Jahren einen Garten zugelegt haben, hatten wir die Wahl zwischen Gaerten in einer staedtischen Kolonie, und einem in einer nicht staedtischen. Obwohl die ersteren voll erschlossen waren, mit Laube, Beeten und Obstbaeumen, haben wir uns fuer ein Stueck Land entschieden, dass ganz sicher keine idealen Voraussetzungen fuer Gartenbau bietet. Ausser einer Menge Pferdeaepfel und bis zu den Knien reichendem Gras, haben wir dort nichts vorgefunden. Jedes einzelne Fleckchen Erde in unserem Garten haben wir wer weiss wie oft “in der Hand gehabt”, umgedreht, gesiebt, wirklich Pionierarbeit. Das haben wir ganz bewusst so gemacht.

In den staedtischen Kolonien sah das schon sehr nach Vereinsmeierei aus. Und dafuer sind wir zu “junggeblieben” oder einfach nur zu “unangepasst”.

Ich mag ja dem Sinn eines “Bundeskleingartengesetztes” nicht widersprechen. Gewisse Regeln muss es einfach geben. Haetten wir keines, ich bin sicher, es wuerde nicht lange dauern bis jemand ein dreistoeckiges Gartenhaus auf seiner Parzelle errichtet hat, mit unterirdischer Parkgarage, wohlgemerkt.

Was zuviel ist, ist allerdings auch zuviel.

Keineswegs sollte es soweit kommen, das jemand schon angefeindet wird, nur weil er ein Hochbeet baut oder Gemuese anbauen moechte das, sagen wir es mal so, nicht auf jedermanns Teller liegt.

Bei allem was man tut, ein gewisses Mass an “gesundem Menschenverstand” sollte man schon walten lassen. Es ist doch gerade der Sinn eines Kleingartens, auch in den Vereinen, in denen das “Bundeskleingartengesetz” noch hochgehalten wird, den Menschen einen Freiraum zu geben, den sie in unserer Welt heutzutage nicht mehr haben. Sei es in Mietshaeusern eng aufeinandergepfercht zu wohnen, oder aber im Job stupide immer wiederkehrende Dinge zu tun, ohne gross ueberlegen zu muessen. Im Garten sollte jedermann seine gaertnerische Kreativitaet ausleben koennen. Wenn es allerdings soweit geht, dass einem Gaertner der Spass so verleidet wird, nur weil er ein Hochbeet baut, oder aber seinen Speisezettel mit neuem oder altem Vergessenen bereichern moechte, dann ist ganz offensichtlich des Guten zuviel getan.

Scheinbar gibt es aber doch Kleingartenvereine, die die Zeichen der Zeit verstanden haben, oder sie einfach hinnehmen muessen. Hier zwei Berichte aus dem Netz zu dieser Thematik: Tagesthemen und mdr

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