Archiv für Juni 2010

Heute einmal ein Beitrag von der Frau des Hauses.

Selten bin ich so oft im Huehnerstall gewesen wie in den letzten Tagen. Jeden Tag mehrfach besorgte Blicke in den Bruteimer. Bei der gestrigen Waerme “hechelte” die Henne richtig und sah ziemlich fertig aus. Nachdem die Kueken schon “ueberfaellig” waren, befuerchteten wir das Schlimmste. Aber heute morgen, 8.00 Uhr, kommt der Grosse angerannt: “Mama, Mama, da sind zwei schwarze Kueken.” Schon in Buerokluft mit hochhackigen Schuhen und eigentlich schon zu spaet, rannte ich mit. Und tatsaechlich. Mit Traenen der Ruehrung (so sind wir Muetter halt) sah ich zwei kleine Schnaebelchen zwischen dem Gefieder der Henne rausragen. Gott, sind die suess. Und das leise Gepiepse. Als wollten sie sagen: Schaut her, hier sind wir. Wir haben es geschafft und die Eierschale gesprengt! Die Glucke gackerte leise dazu.

kueken

Nun sassen sie ja alle noch in dem Eimer, mit einem Stueck Deckel davor. Viel zu eng, und bei den sommerlichen Temperaturen viel zu warm. Also stieg ich mit meinen Pumps ueber den Draht, der die kleine Familie vom Rest der Huehner trennt, zog Handschuhe an, entfernte erstmal die Eimerdeckelreste und hob dann den ganzen Eimer inklusive Mutter und Kindern an, um sie vorsichtig in unsere vorbereitete Kiste umzubetten. Auch wenn ich beruhigend mit der Henne sprach, hackte sie um sich. Aber zusammen mit dem menschlichen Huehnervater schafften wir es - und da die Kiste groesser war, krabbelten die Kueken neugierig ganz unter dem Gefieder der Henne hervor und versetzten die mittlerweile komplett versammelte Familie, inkl. Oma und Opa in reines Entzuecken. Es ist schon lustig, wie gestandene Menschen tief beruehrt vor diesen kleinen Wollknuebbelchen stehen. Und ich als Mutter fuehlte eine gewisse Seelenverwandschaft mit der Henne. Mein Mann verdrehte die Augen, als ich zu der Henne sagte: Das hast du prima hingekriegt… Aber das verstehen Maenner halt nicht!

Abends konnte ich es kaum erwarten, vom Buero zurueckzukommen - und siehe da, mittlerweile waren es vier (drei schwarze und ein hellgelbes)! Eines suesser als das andere. Und sie hatten schon gelernt zu picken und zu trinken. Die “Mama” sass immer noch geduldig auf den restlichen vier Eiern. Von diesen vier Eiern sind zwei schon gesprungen. Ich habe eines vorsichtig ans Ohr gehalten und hoerte schon das Gepiepse und “Geklopfe”. Mal sehen, wie viele es diese Nacht schaffen.

Ich koennte die junge Familie stundenlang beobachten. Erst taucht ein Schnaebelchen unter dem Fluegel auf, dann das ganze Kueken, “hoppelt” um die Mutter rum zum Koernertopf und pickt. Eines von den schwarzen ist besonders vorwitzig und agil. Dann taucht an einer anderen Stelle ein anderes auf, gleiches Procedere. Zwischendurch Schnaebeln mit Mama und Piepsen. Als Antwort beruhigendes Gackern der Henne. Federleicht sind sie und haben winzige Fluegel, mit denen sie schon ein bisschen schlagen.

Manchmal schaut auch der Hahn ueber den Draht - das sieht so aus, wie ein stolzer Vater auf der Saeuglingsstation, dem man frueher durch die Scheibe sein Kind zeigte…

Ja, ja, ich weiss. Es sind Huehner. Und ich vermenschliche. Vielleicht liegt es an den zwei Bier, mit denen wir unseren Familienzuwachs heute abend begossen haben. Oder am Muttergen. Auf jeden Fall gibt es eine Menge Parallelen bei Muettern, egal ob aus der Tier- oder Menschenwelt. Auch wenn ich selten beruhigend gackere :)

Comments 3 Kommentare »

Aus der Traum von eigenem Honig in diesem Jahr. Das ist wirklich schade. Wir hatten uns schon innerlich darauf eingestellt, wenigstens ein kleines Glaesschen Honig ernten zu koennen. Geplatzt. Und warum? Es sind keine Bienen zu bekommen.

Zugegeben, bis die Bienenkiste bei uns eingetroffen war und wir uns ernstlich um einen Bienenschwarm kuemmern konnten, war es schon ziemlich spaet im Jahr. Wir haben zuerst einen Nebenberufsimker in einem Nachbardorf angesprochen, der uns auch felsenfest versprochen hatte, noch einen Bienenschwarm in diesem Jahr fuer uns zu finden. Er arbeitet mit der Feuerwehr zusammen und wird immer dann gerufen, wenn es irgendwo einen wilden Bienenschwarm einzufangen gilt. Als wir mit ihm vor einigen Wochen gesprochen haben, war er auch voller Zuversicht. Er hat aber auch dabei gesagt, dass die Imker hier in der Umgebung alle froh waeren, wenn sie ihre eigenen Beuten mit Bienen besetzt bekommen. Also ein ziemlich schlechtes Fruehjahr fuer die Imker. Wir haben auch den oertlichen Imkerverein angesprochen. Aber auch da kein Glueck. Es ist kein Bienenschwarm zu bekommen. Natuerlich haetten wir auch ueber die Schwarmboerse nach einem Bienenschwarm Ausschau halten koennen. Wir haben uns auch angemeldet, unser Suchbegehren allerdings nicht oeffentlich gemacht. Dafuer fehlt uns die Erfahrung. Was waere gewesen, wenn jemand einen Schwarm abzugeben gehabt haette, und wir ihn haetten transportieren muessen. Da haben wir keine Ahnung wie man das macht. Muss ich ehrlich zugeben. Fuer den Anfang sind wir einfach auf die Unterstuetzung eines erfahrenen Imkers angewiesen.

Ehrlich gesagt, wir haben es so kommen sehen. Aus diesem Grunde haben wir uns im naechsten Imkereifachhandel ein Imkerstarterset besorgt. Das ist mittlerweile auch schon wieder vier Wochen her. Dann haetten wir, wenn alles glatt gegangen waere, beide Varianten miteinander vergleichen koennen. Die herkoemmliche Imkerei mit Raehmchen und allem was dazu gehoert und den Naturbau mit der Bienenkiste. Auch als wir die Segeberger Beute im Imkereifachhandel abgeholt haben, haben wir die ganz klare Aussage bekommen, dass wir noch in diesem Jahr Bienen dafuer bekommen. “Wir rufen Sie an, wenn sie Ihre Bienen abholen koennen.” Wenn das keine klare Aussage war, dann weiss ich nicht. So haben wir gewartet und gewartet. Aber kein Anruf kam. Die Schwarmzeit endet wohl so um den 21. Juni jeden Jahres, und so habe ich vor kurzem im Imkereifachhandel angerufen. (Die Bienen fuer die Segeberger Beute waeren kein Schwarm gewesen). Die enttaeuschende Auskunft war, dass wir in diesem Jahr keine Bienen mehr bekommen werden.

Muss alles mit dem widrigen Wetter zu Beginn des Jahres zusammenhaengen. Die gesamte Bienenvermehrung (sagt man das so?) im Fruehjahr ist aufgrund des schlechten Wetters komplett ausgefallen. Der Rest des Fruehjahres hat dann nicht mehr ausgereicht,um die Ausfaelle zu kompensieren.

Ist vielleicht auch besser so. Jeder mit dem wir sprechen erzaehlt uns, dass die Bienenhaltung nicht ganz so einfach ist wie ein Haushund oder vielleicht Huehner. Da sollte man schon einiges Wissen abrufbar haben, um seine Bienen sicher und ertragreich zu halten. Das gibt uns die Moeglichkeit, uns ein wenig mehr mit der Materie zu befassen.

Was mich aber wirklich schockiert ist die Tatsache, dass, mit wem wir auch sprechen, die Bienenkiste fast nur auf Ablehnung stoesst. Wir haben so gut wie niemanden getroffen, der der Bienenhaltung in der Bienenkiste irgend etwas abgewinnen konnte. Als ich die Segeberger Beute beim Imkereifachhandel abgeholt habe, hatte ich die Bienenkiste im Kofferraum. Es hat nicht allzu lange gedauert bis eine Hand voll Imker am Kofferraum standen und sich die Kiste einmal genauer angesehen haben. Gehoert hatten alle schon mal davon. Ausprobiert hat sie allerdings niemand (nur der Vorsitzende des oertlichen Imkervereins hat sich auch eine Bienenkiste bauen lassen). Hoffentlich hat er sie noch in diesem Jahr mit Bienen bestueckt, so dass ich mir die Kiste einmal in Aktion ansehen kann.

Anscheinend sind Imker doch sehr konservative Menschen. Neue Wege scheinen nicht gern gesehen oder gewollt zu sein. Nicht nur die Handhabung der Bienenkiste scheint den, sagen wir einmal Standardimkern nicht praktikabel zu sein. Was das meiste Kopfschuetteln verursacht hat war der ziemlich hohe Preis. Fuer das Geld einer Bienenkiste sind schon einige Segeberger Beuten zu bekommen mit denen man wesentlich mehr Honig ernten koennen soll als mit der Bienenkiste. Auch mein Einwand, die Bienenkiste sei auch nicht dafuer gedacht, den Berufsimkern das Leben zu erleichtern, sondern sei eine Methode jedem an Bienen interessierten Menschen eine einfache, mit weniger Arbeit verbundene Variante der Bienenhaltung zu ermoeglichen zog nicht. Als ich schon wieder im Auto sass, waren die letzten Worte die der Chef des Imkerfachhandels noch an mich gerichtet hat:

“Das Geld haetten Sie sich sparen koennen.”

Haette ich, mache ich aber nicht. Ich bin weiterhin davon ueberzeugt. Vielleicht gerade deshalb, weil ich unvoreingenommen an die Imkerei herangehe. Als ich vor Jahren mit dem Gaertnern angefing, war es genau so. Warum nicht Neues ausprobieren? Warum nicht andere Wege gehen? Im naechsten Jahr sehen wir weiter. Dann werde ich aus erster Hand berichten, wo die Unterschiede liegen und ob der Einsatz einer Bienenkiste fuer Hobbyimker eine sinnvolle Alternative zur herkoemmlichen Imkerei darstellt.

In diesem Sinne, warten wir auf das naechste Jahr. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Comments 8 Kommentare »

Wenn das Leben eines Gaertners doch nur nicht immer so kompliziert waere. Mal abgesehen von den vielen Fressfeinden, die uns an allen Ecken und Enden an den Kragen wollen, mal abgesehen vom Wetter, das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie so ist wie man es sich gerade wuenschen wuerde, mal abgesehen von der harten Arbeit die uns in jedem Jahr ins Haus steht, es gibt noch andere Problemchen mit denen sich so ein Gaertner herumplagen muss.

Wir zum Beispiel plagen uns im Moment mit der Wasserversorgung im Garten herum. Den Rest des Eintrages lesen »

Comments 10 Kommentare »

Jeder Mensch hat wohl so seine Eigenheiten. Das macht uns Menschen ja auch symphatisch (die meisten wenigstens). Und so habe auch ich meine Eigenheiten. Und derer nicht zu knapp. Mir wuerde zum Beispiel im Leben nicht einfallen, freiwillig in die Gondel einer Achterbahn einzusteigen, einen Lolly zu lutschen oder eine Rosine zu essen. Ich werde mich auch hueten, jemals in meinem Leben eine Pauschalreise zu unternehmen, und ich habe auch kein Talent dafuer, Daten von Geburtstagen, Feiertagen, Hochzeitstagen, Kennenlerntagen, Erster-Kuss-Tage oder sonstwas in der Richtung in meinem Kopf zu behalten. Da ist einfach kein Platz dafuer. Und auch bei meiner Kleidung bin ich etwas eigen. Mir kaeme es zum Beispiel niemals in den Sinn, ein T-Shirt zu tragen. Nicht mal in meiner Jugend kann ich mich erinnern, jemals eines angehabt zu haben. Das gleiche gilt fuer Sandalen. Aber das allerwichtigste an meiner Kleidung ist die Kopfbedeckung. Dass ich mich freiwillig ausser Haus ohne Kopfbedeckung sehen lasse, das ist schon aeusserst selten. Da muss schon Weihnachten und Neujahr auf einen Tag fallen, damit dieser Fall einmal eintritt.

Entweder ich habe meine Wollmuetze auf dem Kopf, ein Modell, das ich in meiner Jugend selbst entworfen habe und das mir seitdem ans Herz gewachsen ist. Lange vor der Zeit als solche, meine Mutter sagt immer Eierwaermer dazu, in Mode kamen hatte ich schon so eine Muetze in einem scheusslichen hellen Braun, das so zeitlos ist, dass sie sich in ihrer Farbe und ihrer Machart jedem Modetrend krampfhaft widersetzt hat.

In den letzten Jahren sind auch Kappen verschiedenster Machart dazu gekommen. Eine winzige Konzession an meine Frau die sich nie so ganz wohl neben mir fuehlt, wenn ich meine einzigartige Wollmuetze auf dem Kopf trage.

Aber kommen wir zurueck zu unserem Landleben. Eben war ich wieder auf der Wiese und habe mit unserem “Spielzeugrasentrimmer” der nicht enden wollenden Flut von Grashalmen ein wenig Einhalt bieten wollen. Und als ich so mit dem Trimmer in Gedanken verloren mit den Grashalmen kaempfe, mich muehsam durch das schon fast kniehohe Gruen vorarbeite, eine Spur von niedergemetzelten Pflanzen hinter mir lassend, da merke ich, das mir irgend etwas auf meine Kappe faellt. Einfach so aus heiterem Himmel. Da steht kein Baum, keine Ueberlandleitung, einfach nichts. So hoch fliegen die Grashalme doch nicht beim Trimmen. Was ist mir da wieder in die Fadenspule geraten? Vielleicht habe ich ja eine dieser schleimigen Gesellen aufgewirbelt, und dieser ist dann fein zerstueckelt auf meiner Kappe gelandet. Ich ziehe die Kappe ab und muss feststellen, dass keine Schnecke der Urheber war. Irgendso ein Vogel hat mitten auf meine “kostbare” Kappe ……. Sie wissen schon was.

Gott im Himmel. Ist die Welt nicht gross genug, um sein Geschaeft zu erledigen? Wieviele Tausend Quadratkilometer Erdoberflaeche gibt es denn auf der so ein Vogel unbemerkt und unbedenklich seine Hinterlassenschaften fallen lassen kann? Muss das nun gerade mitten auf unserer Wiese auf meiner Kappe passieren? Und jetzt so ein haesslicher schwarzer glibbriger Klecks mitten auf meiner Kappe. Da verstehe ich nun wirklich keinen Spass mehr. Jacke, Hose, Schuhe, alles kein Problem. Aber meine Kopfbedeckungen sind mir heilig. Diese als Abort zu missbrauchen, das finde ich nun wirklich nicht mehr lustig.

Ich konnte nicht einmal den Uebeltaeter ausfindig machen. Als ich gen Himmel schaue ist da nichts. Weit und breit kein Vogel, einfach gar nichts was dafuer verantwortlich sein koennte. Der haette ja wenigstens so aufrichtig sein koennen, sich mir zu zeigen. So ein hinterlistiges Federviech.

Scheiss Landleben. :)

von_vogelscheisse_getroffen

Comments 3 Kommentare »

Mal wieder kurz etwas aus der Kategorie: Ich weiss nicht mehr wohin mit meinem selbstgezogenen und geernteten Gemuese.

Das duerfen Sie nicht verpassen. Ich warte immer noch auf den Tag an dem ich so viel Zeit habe, mich mit dererlei Dingen zu befassen. Und wenn dieser Tag dereinst einmal kommen mag, dann trinke ich mir ein paar Glaeschen Korn und lass mir auch so etwas einfallen. Das kriege ich auch noch hin. Ich hatte jedenfalls waehrend meines Zivildienstes nicht so viel Zeit. Ich musste noch mit dem Krankenwagen durch die Stadt sausen und Leute einsammeln.

Unbedingt hier klicken.

Comments Keine Kommentare »