In all den Jahren, in denen wir jetzt schon gaertnern, haben wir noch keines erlebt, in dem sich so wenig Unkraut in unserem Garten breit gemacht hat wie in diesem Jahr. Es wird wohl daran liegen, dass wir durch das tiefe Umgraben voellig samenlose Erde nach oben geholt haben, waehrend wir all die Unkrautsamen, die obenauf lagen, tief unter die Erde verfrachteten. In diesem Jahr mag das gut sein, was sich in den folgenden Jahren daraus entwickelt sei dahingestellt, wenn durch erneutes Umgraben all die Samen wieder an die Oberflaeche befoerdert werden.
Dieses Unkraut scheint sich zu einer ziemlichen Plage zu entwickeln. Jedenfalls handelt es sich nicht um Vogelmiere.
Nicht, dass wir in diesem Jahr nicht mit Unkraut zu kaempfen gehabt haetten und auch noch haben. Allerdings beschraenkt es sich bisher fast ausschliesslich auf Loewenzahn. Auf der Wiese steht ziemlich viel Loewenzahn, und als wir unser Stueck Garten umgegraben haben, stand der Loewenzahn gerade in der Bluete. So hat er sich natuerlich im gesamten Garten verbreitet. Loewenzahn gehoert aber wohl nicht zu den problematischen Unkraeutern. Wenn er noch klein ist, laesst er sich ziemlich einfach mitsamt der Wurzel aus der Erde ziehen und waechst auch nicht wieder an. Ein paar Minuten taeglich reichen, um die Loewenzahnflut in Grenzen zu halten.
Auch das Gras der urspruenglichen Wiese kommt nicht allzusehr durch. Hier und da mal einige Grashalme, aber nicht mehr. Eigentlich erstaunlich, da wir grosse Teile der Grasnarbe moeglichst tief unten in die Furche gelegt und zugeschuettet haben. Ich haette erwartet, viel mehr von diesem Gras an der Oberflaeche wiederzufinden.
Um welches Unkraut es sich hier handelt, konnten wir noch nicht herausfinden.
Alles in allem bisher also ein sehr ruhiges Gartenjahr in Bezug auf Unkraut. In letzter Zeit finden wir allerdings verstaerkt ein Unkraut, das wir in unserem Garten in Aachen noch nie bemerkt haben. Vielleicht ist es uns nicht besonders aufgefallen, da es nicht in grosser Zahl vorhanden war. Ich kann mich jedenfalls nicht bewusst daran erinnern. Wir konnten nicht feststellen, um welch ein Unkraut es sich handelt. Es breitet sich am Boden kriechend aus, hat eine ziemlich lange sehr tief reichende Wuzel die, wenn man es aus der Erde zieht, abreisst, was den Schluss nahelegt, das es aus dem verbleibenden Wurzelstueck wieder neu austreiben koennte. Vielleicht kennt einer unserer Leser dieses Unkraut, mit dem wir in der letzten Zeit vermehrt zu tun haben. Wir finden es auch recht haeufig auf der Wiese. Vielleicht kann uns auch einer unserer Leser eine Internetseite nennen, auf der die gaengigsten Unkraeuter, oder vielleicht auch einige mehr, mit Bild zu finden sind.
Der ein oder andere mag den Kommentar von Chris zu meinem Artikel “Kartoffeln beregnen? Fuer die Bauern scheinen andere Regeln zu gelten.” gelesen haben. Fuer all die, die ihn nicht gelesen haben moechte ich hier die beiden Videos, die er uns vorgestellt hat, auch allen anderen einmal ans Herz legen. Die sind einfach nur klasse. In den beiden Videos wird gezeigt, wie man auch in einem Kleingarten Getreide anbauen, verarbeiten und daraus Brot herstellen kann. Das macht doch Spass zuzusehen, und noch mehr verleiten diese Filme dazu, es auch einmal selbst zu probieren.
Mit Getreide haben wir uebrigens auch schon mal experimentiert. Wir haben es mit Tef versucht, mit Amaranth und auch mit Roggen. Beim Roggen haben wir ein kleines Stueckchen Winterroggen, den wir zur Gruenduengung ausgesaet hatten, im Fruehjahr einfach weiterwachsen lassen um zu sehen, wie viel Roggen wir auf dem kleinen Stueck haetten ernten koennen. Der Roggen ist auch prima gewachsen. Die Aehren waren etwas kleiner als man sie auf den Feldern der Bauern sieht. Lag wohl daran, dass wir den Roggen eigentlich nicht ausgesaet hatten um ihn zu ernten sondern zur Gruendungung. Deshalb war er viel zu dicht gesaet, und die einzelnen Pflanzen hatten kaum Platz sich zu entfalten. Alles lief prima. Aus uns nicht ersichtlichen Gruenden wurden es aber von Tag zu Tag weniger Aehren, die an den Halmen hingen. Ich weiss bis heute nicht, wer uns die Roggenernte vermiest hat. Ich habe mal Schnecken an den Halmen hochkriechen sehen, glaube aber nicht daran, dass eine Schnecke eine ganze Getreideaehre vertilgt. Der einzige Uebeltaeter, der mir sonst noch einfaellt, sind Voegel. Aber auch da glaube ich nicht daran, dass ein Vogel eine komplette Aehre abreisst.
Wie auch immer, von all den vielen Aehren die wuchsen blieben am Ende gerade mal zwei Haende voll uebrig. Daraus haben wir eine Tasse voll Roggen gewonnen und dem Grossen ein winziges Broetchen gebacken. Geschmeckt hat es.
Noch einmal einen herzlichen Dank an Chris fuer den Hinweis auf die beiden Filme.
Wer sich die selbstgebaute Dreschmaschine noch einmal genauer ansehen moechte, der sollte sich diesen Film noch ansehen. Darin wird die Dreschmaschine noch einmal detaillierter vorgestellt.
Es wuerde mich doch mal interessieren, ob es unter unseren Lesern auch Hobbygaertner gibt, die selbst schon mal Getreide in nennenswerterm Umfang angebaut haben und spaeter auch verwerteten. Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Getreideanbau gemacht, und welchen Aufwand haben Sie betrieben?
Ich glaube, ich muss meine Plaene doch etwas aendern. Unseren gesamten Garten mit der Hand urbar zu machen werde ich wohl nicht schaffen. Alle guten Vorsaetze in Ehren, man muss auch einmal zugeben, dass man sich zuviel zugemutet hat. War ich doch heute mit den Kindern wieder hinten auf der Wiese Fussballspielen, wie fast jeden Tag (wenn wir nicht gerade wieder Segeln sind), da sehe ich wie der Bauer auf dem Feld hinten raus sein vor einigen Tagen abgeerntetes Getreidefeld bearbeitet. Das musste ich mir einmal genauer ansehen. Den Rest des Eintrages lesen »
Ich mache jetzt erst einmal einige Tage Pause. Fahre mit dem Grossen nach Friesland segeln. Einen kurzen Gartenrundgang moechte ich aber noch vorstellen. Gartenrundgang im Juli. Abgesehen davon hat unser alter Rechner den Geist aufgegeben und ich bin dabei, den neuen so zurecht zu basteln um damit arbeiten koennen. Deshalb auch die schlechte Bildqualitaet. Mir fehlen noch die passenden Programme da meine alten auf Windows 7 nicht so recht laufen wollen.
Bisher ueberwiegen die Vorzuege des Landlebens bei weitem. Die frische Luft, die Ruhe, die Natur. Es gibt aber auch immer wieder Dinge, die einen in die Verzweiflung treiben koennen. Es sind eher die Kleinigkeiten, die einem den allerletzten Nerv rauben koennen. Da war es doch in den letzten Tagen ziemlich heiss hier. Schon fast unertraeglich heiss. Kaum ein Luftzug, kaum eine Erfrischung. Tagsueber war an ein Arbeiten im Freien unter der brennenden Sonne nicht zu denken. Es war am besten, gar nicht hinaus zu gehen und den gesamten Tag in den “vier Waenden” zu verbringen, wo es wenigstens ein klein wenig kuehler war als draussen. Wenn es da nur nicht diese elenden Viecher geben wuerde. Ganz besonders an den wirklich heissen Tagen. Ich meine die Stubenfliegen. Junge, was haben wir mit diesen Viechern gekaempft. Keine Ahnung, wo die auf einmal alle herkamen. In Heerscharen sind sie in die Wohnung gestroemt, als ob alle Stubenfliegen in weitem Umkreis auch auf der Suche nach ein wenig Abkuehlung gewesen waeren. Kaum liegt man auf der Couch und will ein wenig vor sich hin doesen, da kann man sicher sein, es dauert keine Minute und die ersten Fliegen haben sich gerade die Nase oder die Augen ausgesucht, um dort nach irgendetwas Fressbarem zu suchen. Diese Viecher treiben einen in die Verzweiflung. Ein Summen hier, ein Summen dort, ein Kribbeln hier, ein Kribbeln dort. Die eine zieht ihre Kreise um die Ohren, die andere um die Nase. Wieder andere landen auf dem grossen Zeh und wieder andere meinen, auf der nackten Brust waere der richtige Platz zum Mittagessen oder fuer ein Nickerchen. Anfangs haben wir sie immer wieder verscheucht. Die sind nur so hartnaeckig. Kaum wieder im Flug kann man davon ausgehen, dass sie nach der naechsten Schleife an genau demselben Platz wieder landen. Erst nach wiederholtem Verscheuchen kapieren sie dann, dass sie nicht erwuenscht sind und suchen sich einen anderen Ort aus, an dem sie genauso wenig gerngesehen sind. An ein Nickerchen oder einen ruhigen Schlaf unsererseits war da nicht zu denken.
Erste Reaktion war der Kauf einer Fliegenklatsche. So verbringen wir jeden Tag viel Zeit damit, die Fliegen aus der Wohnung zu befoerdern. Tot oder lebendig. Hunderte haben schon dran glauben muessen. Verdammt noch mal, ich habe auch noch anderes zu tun als zu versuchen, die Gattung Stubenfliege auszurotten. Und wenn man meint, man haette sie alle erwischt, dann kommen, wie aus dem Nichts, wieder neue dazu. Da hilft kein geschlossen halten der Tueren, da hilft kein Muelleimer nach draussen stellen, da hilft kein Bruellen und kein Schreien, da hilft kein Aergern und kein Toben. Gutes Zureden genausowenig wie das Drohen mit dem Sensenmann. Die Viecher stoert es einfach nicht. Die Welt ist so gross, und gerade hier muessen sie sich heimisch fuehlen.
Zweite Reaktion war der Kauf eines Fliegenfaengers. Diese klebrigen Fliegenfaenger die wie ueberdimensionale Luftschlagen aussehen. Nexa Lotte Fliegenfaenger. Wir haben wirklich geglaubt, wir koennten unser Fliegenproblem damit in den Griff bekommen. Es scheint aber, die Evolution hat diesen Viechern schon beigebracht, sich davon fern zu halten. Der Erfolg ist naemlich so gut wie gleich null. Die wenigen Fliegen die kleben geblieben sind, muessen betrunken gewesen sein. Irgendeine Lockwirkung konnten wir nicht feststellen. Da erschlage ich in einer halben Stunde mehr Fliegen als unsere drei Fliegenfaenger in einer ganzen Woche fangen. Ein Reinfall.
So verbringen wir jeden Abendgeraume Zeit mit der Fliegenjagd. Und doch werden es nicht weniger. Ist das eine hartnaeckige Spezies.
Der Fairness halber muss ich aber sagen, dass auch die Fliegen einen positiven Nutzen in unserer Familie haben. Wenn meine Frau gestresst von einem verlorenen Arbeitstag nach Hause kommt, dann bekomme mal ausnahmsweise nicht ich die Pruegel ab. Sie nimmt sich die Fliegenklatsche, und laesst ihre Wut erst einmal an diesen Viechern aus. Ich sollte ihnen dankbar sein.
Ich muss leider aufhoeren und noch die letzten Fliegen erschlagen. Ich will wenigstens ruhig schlafen.