Haben haben haben, erst einmal alles haben, auch wenn ich keine Ahnung davon habe, was ich damit machen soll. Grauenhaftes Verhalten von mir. Ich kann aber nichts dagegen tun. Wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe, dann halte ich dran fest.
So einige Baeume sind ja schon im Garten gepflanzt, auch schon allerhand Beerenstraeucher, ich haette eigentlich zufrieden sein sollen. Trotzdem, mir fehlten noch Reben. So richtig leckere Trauben aus dem eigenen Garten waeren schon ein Genuss. Und vor allem gesund.
Trauben und Kraeuter sind sehr stark mit Chemie belastet
Ich meine, mal gelesen zu haben, dass Trauben, neben frischen Kraeutern die am meisten mit Chemie belasteten Dinge sind, die so im Supermarkt-Frischeregal angeboten werden. Kann ich mir auch vorstellen. Tafeltrauben muessen perfekt aussehen, sonst kommen sie in die Presse. Kraeuter muessen in kleinen Toepfchen moeglichst schnell heranwachsen, dann noch den Transport und die Tage im Supermarkt klaglos ueberstehen, da ist es schon gut moeglich, dass chemische Mittelchen eine Rolle spielen.
Es gibt ja so einige Begriffe, die sich wie ein roter Faden durch meinen Blog ziehen. Die Fressfeinde tauchen immer wieder auf, dann mein Wunsch aus eigenem Getreide eigenes Brot zu backen und natuerlich der Begriff “Wir brauchen mehr Anbauflaeche”. Besonders letzterer hat sich zu einer Art Manie bei mir entwickelt. Jedes auch noch so entfernte Fleckchen Erde auf unserem kleinen Grundstueck, was nicht in irgendeiner Form einer sinnvollen Nutzung zugefuehrt werden kann, ist mir ein Dorn im Auge. Wie gesagt, ist eine Manie von mir.
Was wir aber haben, ist eine Wiese. Daraus so etwas wie Gartenland zu machen, hat sich in der Vergangenheit als nicht sonderlich leicht herausgestellt. Mittlerweile habe ich alle nennenswerten Moeglichkeiten ausprobiert und davon moechte ich heute berichten.
Fuer die Variante mittels Muskelkraft bin ich langsam zu alt, die Hilfe eines oertlichen Landwirtes in Anspruch zu nehmen macht nur bei grossen Stuecken Sinn. Oft aber braucht man gar keine grosse Flaeche, die urbar gemacht werden soll. So verhaelt es sich z.B. bei Obstbaeumen, die nur einen schmalen Streifen Gras und unkrautfreier Flaeche benoetigen. Im Fruehjahr habe ich die ersten Apfelbaeume auf einem Streifen von 20 mal 1 Meter gepflanzt. Eine zweite Reihe mit weiteren Obstbaeumen soll in Kuerze folgen.
Ordnung muss sein.
Ich kann es nicht verleugnen, ich bin ein ordnungsliebender Mensch. Neue Obstbaeume einfach auf die Wiese zu pflanzen, ist nicht mein Ding. Das soll schon eher so aussehen, wie auf den Obstplantagen der Profis. Schoen in Reihen auf denen die Baeume ohne Konkurrenz durch Unkraut sich moeglichst gut entwickeln koennen. Wie aber macht man auf einfache Art und Weise aus einer Wiese urbares Gartenland? Den Rest des Eintrages lesen »
Juli, August und auch noch der September sind fuer Hobbygaertner die allerschoensten Monate. Kein Tag, an dem in diesen Monaten nichts zu ernten ist. Meist kann man sich vor all dem (hoffentlich) chemiefreien Gemuese gar nicht retten. Die leckersten Dinge, frisch auf den Tisch, man schwimmt in einem Meer aus frischem Gemuese und weiss nicht, was man zuerst essen soll. Diese Monate sind die Monate, auf die man das ganze Jahr hingearbeitet hat, die man all die Monate vorher geplant hat und auf die man all die Monate, seit der letzten Ernte, gewartet hat. In diesen Monaten zeigt sich, ob sich all die Muehe gelohnt hat und ob all die Planungen und Vorbereitungen richtig waren. Es sind aber, jedenfalls bei mir, auch die Monate, in denen mir klar wird, woran ich noch arbeiten muss, was ich in der naechsten Saison anders oder besser machen muss.
Es ist erstaunlich. Ich habe ja schon vieles ausprobiert, und doch fallen mir in jedem Jahr Dinge ein, die ich im naechsten Jahr aendern muss, weil sie sich entweder als nicht sinnvoll, vollkommen unpraktisch oder schlichtweg als falsch herausgestellt haben.
Aber zurueck zur Ernte. Ich denke, jeder Hobbygaertner ist stolz auf das, was er erntet. Mit eigener Haende Arbeit, gesaet oder gepflanzt, gehaetschelt und gepflegt, gegossen und beschnitten, das ist ein ganz eigenes Erlebnis. Was bin ich froh, unser Gemuese nicht im Supermarkt kaufen zu muessen. Sicher, es saehe da besser aus. Besser als ich es je hinbekommen wuerde. Ich braeuchte mir keine Gedanken um Raupen im Blumenkohl zu machen, ich brauchte mir nicht die Muehe machen, Schuesseln voller Gurken haltbar machen zu muessen. Schildlaeuse im Kohl waeren ein Fremdwort und Schneckenfrass an immer den dicksten und schoensten Erdbeeren kaeme auch nicht vor.
Trotzdem, ich pfeiffe auf all das Supermarktgemuese. Selbst wenn meine Kochkuenste nicht ausreichen, um aus meinem eigenen Gemuese ein drei Sterne - Menue zu basteln, ich wollte nicht tauschen. Denn, das was ich daraus mache schmeckt so was von herrlich, besser geht es nicht.
Und weil Ernten so eine schoene Sache ist, habe ich einmal kurz mit der Kamera festgehalten, was ich heute so erbeutet habe. Das kann sich naemlich sehen lassen.
Viel Spass.
Uebrigens, heute Mittag gab es frische Rosmarin - Bratkartoffeln mit Lauchzwiebeln und Knoblauch. Dazu eine riesige Portion aus Blumenkohl und Brokkoli und eine grosse Schuessel Gurkensalat mit einigen Dillspitzen. Ein selbst hergestelltes Joghurt verfeinert mit selbst hergestelltem Gelee aus schwarzen Johannisbeeren. Zur Entspannung danach einen leckeren Zitronenverbenentee. Das hatte ich mir verdient.
Schade nur dass ich nicht noch mehr Anbauflaeche habe. Dann waere das Oel fuer die Bratkortoffeln auch noch aus eigenem Anbau gewesen. Ach so, Speck war auch noch mit drin. Da stellt sich mir die Frage, ob man auch aus Kaninchen Speck raeuchern kann?
Hobbygaertner moegen vielleicht nicht unbedingt zu den konsumorientiertesten Menschen der Welt zaehlen. Dazu haben sie auch kaum Zeit, bei all der Arbeit die so im Laufe eines Gartenjahres anfaellt. Eine Gattung Konsumtempel ist davon allerdings ausgenommen. Da bin ich sicher geht es nicht mir alleine so. Das sind Gartencenter, Pflanzenmaerkte und Aehnliches. Ein Gartencenter zu besuchen, ohne etwas mitzunehmen, dass man eigentlich gar nicht braucht, gar nicht gewollt hat und fuer das man auch keinen Platz im so oder so schon ueberfuellten Garten hat, scheint unwahrscheinlich, mir jedenfalls.
Haben wir doch im letzten Jahr einen Versuch mit unserem Salatbaum gestartet, der sich im Nachhinein als nicht sonderlich erfolgreich erwiesen hat. Die ganze Konstruktion war zu hoch, und die Bewaesserung von oben hat sich als unpraktikabel erwiesen. Das Giesswasser sickerte nicht bis unten durch. Nachdem uns der Salatbaum dann in den Ferien fast komplett ausgetrocknet ist, war es nicht mehr moeglich, genuegend Wasser hineinzubekommen um die Pflanzen am Wachsen zu halten. Letztendlich sind uns alle Salate vertrocknet.
Eigentlich schade. Die Idee war gar nicht schlecht. Mit ein wenig mehr Ueberlegung, mit ein wenig mehr Einsatz an Material haette das durchaus ein Erfolg werden koennen. Eventuell in verschiedenen Hoehen von hinten einen Bewaesserungsschlauch angeklebt, ueber den von einem oben befindlichen Wasserbehaelter kontinuierlich Wasser nachgetropft waere, haette schon geholfen. Wir haben keine Zeit mehr dazu gehabt.
Unser nicht ganz geglueckter Versuch, Salat recht unkonventionell anzubauen. Der Salatbaum war viel zu hoch und nicht zu bewaessern.
Sitze ich doch gerade draussen auf dem Hof bei einem leckeren Stueck Rhabarberkuchen (natuerlich aus eigener Ernte), als mir meine bessere Hälfte ein Prospekt der Baumarktkette “Toom” in die Haende drueckt. In diesen Prospekten werden ab und zu mehr oder weniger sinnvolle und mehr oder weniger anspruchsvolle oder kostspielige Selbstbauideen vorgestellt. Diesmal die Pflanzwand “Haengende Gaerten”. Das habe ich mir mal genauer angesehen. Die Konstruktion sieht nicht besonders schwierig aus. Das koennte sogar ich mit meinen handwerklich nicht unbedingt begnadeten Haenden hinbekommen. Einige Bretter zu einer Wand zusammengeschraubt und darauf Blindstopfen von 100 Millimeter Abflussrohr mittels Schrauben befestigt. Auf diese Blindstopfen 67 Grad Winkelstuecke Abflussrohr gesteckt und festgeschraubt. Die gesamte Konstruktion kann dann an einer Wand aufgehaengt werden. Fertig.
In die Abflussrohrwinkel werden dann bepflanzte Blumentoepfe passender Groesse gesteckt und, so Gott will, wird die Wand sich in wenigen Wochen in eine bluehende Wand verwandelt haben.
So ganz kann ich mir das aber nicht vorstellen. Die Konstruktion ist an und fuer sich nicht schlecht, mal abgesehen von dem vielen Plastik was dazu benoetigt wird und sicher nicht jedermanns Sache ist. So ein 10 Zentimeter Blumentopf enthaelt nicht gerade viel Blumenerde und somit auch nicht gerade enorme Mengen Wasser. Wir haben es bei unserem Salatbaum schon nicht geschafft, diesen regelmaessig zu giessen. Mit solch kleinen Blumentoepfchen stelle ich es mir entsprechend aufwendig vor, an wirklich heissen Tagen fuer ausreichend Wassernachschub zu sorgen. Wer hat schon Zeit, dreimal am Tag mit der Giesskanne zu hantieren? Einige Bewaesserungsschlaeuche wuerden sicher auch hier helfen.
Ob es dann “verkabelt” noch huebsch aussieht, wage ich zu bezweifeln.