Archiv für die Kategorie: “Schaedlinge”


Waehrend die Bohnen in diesem Jahr hervorragend gelaufen sind, ist aus unserer Brokkoliernte nichts geworden. Gut, wir haben aufgrund des wenigen Platzes im entstehenden Garten die Pflanzen recht dich beieinander gepflanzt. Auf die 1,2 Meter Beetbreite drei Pflanzen, ergibt auf etwas mehr als einen Quadratmeter fast 9 Pflanzen. Lag daran, das sie nur im Neunerpack zu haben waren und, “geizig” wie wir sind, einfach keine wegwerfen konnten. Ein grosser Fehler im Gemuesegarten. Jede Pflanze braucht eben ihren Platz. Der Glaube, es wird schon gut gehen hat sich schon oft genug als Trugschluss herausgestellt. Oft glauben wir, es wird schon irgendwie werden, vielleicht ein wenig kleiner als gewohnt, aber insgesamt doch eben mehr. Beim Brokkoli ist das gruendlich daneben gegangen. Den Rest des Eintrages lesen »

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Zu Anfang haben sich unsere Bohnen in diesem Jahr nicht sonderlich gut gemacht. (Nicht zum ersten Mal haben wir mit Bohnen unsere Probleme.) Viel zu wenige sind gekeimt, und viele von denen, die gekeimt sind, standen lange Zeit ohne grossartiges Wachstum herum. Ich hatte insgeheim nicht viel Hoffnung auf eine gute Ernte. Zur Zeit der extremen Trockenheit bis Ende Juli habe ich sie mit Wasser versorgt, habe regelmaessig das Unkraut entfernt und gehofft, dass die Schnecken oder anderes Getier nicht doch noch den Weg zu ihnen finden und auch noch die letzten Hoffnungen zunichte machen wuerden. Aber es tat sich nichts. Weder Schnecken noch Kaninchen noch sonstige ungebetene Gaeste liessen sich blicken, so dass die kleinen Pflaenzchen sich mit der Zeit doch zu stattlichen Pflanzen gemausert haben. Den Rest des Eintrages lesen »

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So wirklich grossen Erfolg hatten wir mit Tomaten nie. In keinem der Jahre sind wir von Krankheiten verschont geblieben, in keinem der vergangenen Jahre haben wir es geschafft, unsere Tomaten konsequent auszugeizen, und der Geschmack hat uns auch nie so wirklich voll und ganz ueberzeugt. Entweder wir waren uns nicht sicher bei der Menge an Duenger oder hatten Probleme, das richtige Mass Giesswasser zu finden. Also gar kein so einfaches Gemuese. Klar, die gekauften aus dem Supermarkt sind oft haarstraeubend im Geschmack. Erst letztens habe ich welche aus dem Markt mitgebracht, die schmeckten nicht nur nach nichts, sie schmeckten sogar wirklich schlecht, so dass ich sie nicht einmal kleingeschnitten im Salat essen mochte. Aber diese wollen wir auch nicht als Mass anlegen. So einen wirklich tomatigen Tomatengeschmack haben wir noch nie an einer von uns geernteten Tomate erlebt. (Oder vielleicht legen wir die Messlatte einfach zu hoch).

Und doch, wir versuchen es in jedem Jahr erneut. So auch in diesem Jahr. Allerdings in sehr kleinem Massstab. Nicht wie im letzten Jahr, in dem wir so viele Tomaten ernten konnten, vor allen Dingen bei der Sorte De Berao, dass wir immer noch reichlich eingemachte Tomatensosse im Keller stehen haben und problemlos noch ein weiteres Jahr ohne Tomatensosse herstellen zu muessen auskaemen. Vier Pflanzen wachsen dieses Jahr im kleinen Garten, den wir auf der Wiese angelegt haben, einige weitere wachsen in Toepfen neben dem Huehnergehege. Diese beiden Standorte und Bedingungen wollen wir einmal vergleichen.

Die Tomaten in den Toepfen sehen scheusslich aus. Sie haben kaum Blattwerk gebildet, sehen gelblich und verblichen aus und machen keine Freude. Bedenkt man die ganze Arbeit mit dem taeglichen Giessen, kann man diese Methode nicht als Erfolg bezeichnen. Geduengt haben wir sie mit einem Duengestaebchen fuer Tomaten von Compo. Eines mit in den Topf gesteckt und gehofft, es wuerde reichen. So ganz gereicht wird es aber wohl nicht haben. Sie tragen zwar einige Tomaten, die aber klein sind.

Ganz im Gegensatz dazu die vier Tomaten hinten im Garten. Die Sorten sind die gleichen. Alle Pflanzen stammten aus dem Baumarkt (uns fehlte die Zeit selbst welche heranzuziehen) und waren mit dem Zusatz “freilandtauglich” gekennzeichnet. Unser Stueck Garten auf der Wiese haben wir erst wenige Tage vor der Pflanzung in Gartenland verwandelt. Vorher diente es als Pferdewiese. Umso erstaunlicher, wie gut diese vier Pflanzen gewachsen sind. Viele kraeftige und satt gruene Blaetter, eine Unmenge an langsam reifenden Tomaten die alle um einiges groesser sind als die Tomaten an den Pflanzen in Toepfen. Eine Freude anzuschauen, jedenfalls bis zum heutigen Tag. Und dabei haben sie, ausser einige Male unseren selbst angesetzten Komposttee, keine weiteren Duengergaben bekommen. Wie uebrigens der gesamte Garten nicht. Die Tomaten zeigen keine Anzeichen von Krankheiten und wachsen weiterhin kraeftig. Das alles ohne Regenschutz auf offener Wiese. An den gewaehlten Sorten kann es nicht liegen. Diese sind, wie gesagt, gleich. Ob es an dem Komposttee liegt, wer weiss.

Wir sehen nur, dass auch andere Pflanzen sehr gut gedeihen. Wir konnten einige stattliche Blumenkohlkoepfe ernten. Spitzkohl ist auch schon abgeerntet und hat einen ordentlichen Ertrag eingebracht. Ganz besonders unsere Rote Beeten sind eine wahre Freude anzusehen. Kein krankes Blatt. Einige haben bestimmt schon mehr als 15 Zentimeter Durchmesser erreicht. Auch der Mais und die Bohnen wachsen so gut, wie wir es in den vergangenen Jahren noch nicht erlebt haben.

Ich denke mal, neben unserem Komposttee wird es an der wesentlich besseren Gartenerde liegen die uns hier zur Verfuegung steht. Nicht umsonst ist unsere Gegend bekannt fuer seine ueppige Landwirtschaft. Das macht Hoffnung. Im naechsten Jahr, wenn wir, so Gott will, um einiges mehr Anbauflaeche zur Verfuegung haben, wird sich zeigen, ob wir mit der Vermutung richtig liegen.

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Bisher ueberwiegen die Vorzuege des Landlebens bei weitem. Die frische Luft, die Ruhe, die Natur. Es gibt aber auch immer wieder Dinge, die einen in die Verzweiflung treiben koennen. Es sind eher die Kleinigkeiten, die einem den allerletzten Nerv rauben koennen. Da war es doch in den letzten Tagen ziemlich heiss hier. Schon fast unertraeglich heiss. Kaum ein Luftzug, kaum eine Erfrischung. Tagsueber war an ein Arbeiten im Freien unter der brennenden Sonne nicht zu denken. Es war am besten, gar nicht hinaus zu gehen und den gesamten Tag in den “vier Waenden” zu verbringen, wo es wenigstens ein klein wenig kuehler war als draussen. Wenn es da nur nicht diese elenden Viecher geben wuerde. Ganz besonders an den wirklich heissen Tagen. Ich meine die Stubenfliegen. Junge, was haben wir mit diesen Viechern gekaempft. Keine Ahnung, wo die auf einmal alle herkamen. In Heerscharen sind sie in die Wohnung gestroemt, als ob alle Stubenfliegen in weitem Umkreis auch auf der Suche nach ein wenig Abkuehlung gewesen waeren. Kaum liegt man auf der Couch und will ein wenig vor sich hin doesen, da kann man sicher sein, es dauert keine Minute und die ersten Fliegen haben sich gerade die Nase oder die Augen ausgesucht, um dort nach irgendetwas Fressbarem zu suchen. Diese Viecher treiben einen in die Verzweiflung. Ein Summen hier, ein Summen dort, ein Kribbeln hier, ein Kribbeln dort. Die eine zieht ihre Kreise um die Ohren, die andere um die Nase. Wieder andere landen auf dem grossen Zeh und wieder andere meinen, auf der nackten Brust waere der richtige Platz zum Mittagessen oder fuer ein Nickerchen. Anfangs haben wir sie immer wieder verscheucht. Die sind nur so hartnaeckig. Kaum wieder im Flug kann man davon ausgehen, dass sie nach der naechsten Schleife an genau demselben Platz wieder landen. Erst nach wiederholtem Verscheuchen kapieren sie dann, dass sie nicht erwuenscht sind und suchen sich einen anderen Ort aus, an dem sie genauso wenig gerngesehen sind. An ein Nickerchen oder einen ruhigen Schlaf unsererseits war da nicht zu denken.

Erste Reaktion war der Kauf einer Fliegenklatsche. So verbringen wir jeden Tag viel Zeit damit, die Fliegen aus der Wohnung zu befoerdern. Tot oder lebendig. Hunderte haben schon dran glauben muessen. Verdammt noch mal, ich habe auch noch anderes zu tun als zu versuchen, die Gattung Stubenfliege auszurotten. Und wenn man meint, man haette sie alle erwischt, dann kommen, wie aus dem Nichts, wieder neue dazu. Da hilft kein geschlossen halten der Tueren, da hilft kein Muelleimer nach draussen stellen, da hilft kein Bruellen und kein Schreien, da hilft kein Aergern und kein Toben. Gutes Zureden genausowenig wie das Drohen mit dem Sensenmann. Die Viecher stoert es einfach nicht. Die Welt ist so gross, und gerade hier muessen sie sich heimisch fuehlen.

Zweite Reaktion war der Kauf eines Fliegenfaengers. Diese klebrigen Fliegenfaenger die wie ueberdimensionale Luftschlagen aussehen. Nexa Lotte Fliegenfaenger. Wir haben wirklich geglaubt, wir koennten unser Fliegenproblem damit in den Griff bekommen. Es scheint aber, die Evolution hat diesen Viechern schon beigebracht, sich davon fern zu halten. Der Erfolg ist naemlich so gut wie gleich null. Die wenigen Fliegen die kleben geblieben sind, muessen betrunken gewesen sein. Irgendeine Lockwirkung konnten wir nicht feststellen. Da erschlage ich in einer halben Stunde mehr Fliegen als unsere drei Fliegenfaenger in einer ganzen Woche fangen. Ein Reinfall.

So verbringen wir jeden Abendgeraume Zeit mit der Fliegenjagd. Und doch werden es nicht weniger. Ist das eine hartnaeckige Spezies.

Der Fairness halber muss ich aber sagen, dass auch die Fliegen einen positiven Nutzen in unserer Familie haben. Wenn meine Frau gestresst von einem verlorenen Arbeitstag nach Hause kommt, dann bekomme mal ausnahmsweise nicht ich die Pruegel ab. Sie nimmt sich die Fliegenklatsche, und laesst ihre Wut erst einmal an diesen Viechern aus. Ich sollte ihnen dankbar sein.

Ich muss leider aufhoeren und noch die letzten Fliegen erschlagen. Ich will wenigstens ruhig schlafen.

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Mit dem Fahrrad ueber die Felder der Umgebung zu fahren hat sich zu einer meiner Lieblingsbeschaeftigungen gemausert. Zum Teil liegt es daran, dass ich die Kinder in den Kindergarten und demnaechst auch in die Schule bringe. Da bietet es sich an, den Weg nicht an der Hauptstrasse entlang zu fahren, sondern ueber die kleinen, oft unbefestigten Feldwege. Und derer gibt es hier in unserer Gegend eine grosse Zahl. Ab und an komme ich an einem einsam gelegenen Gehoeft vorbei, an Gaerten und Wiesen, an der Gilbach die sich durch die Felder schlaengelt. An Weiden mit “scheinbar” noch gluecklichen Kuehen oder am Fuhrpark eines Bauernhofes, von dem ich mir nicht erklaeren kann, wie er sich auf diesem EU-Agrarmarkt ueberhaupt noch behaupten kann. An einer vom Nabu unterhaltenen Streuobstwiese auf der schon mal eine Herde Schafe weidet. Das macht wirklich Spass. Und es gibt immer wieder Dinge, die mich kurz zum Verweilen einladen. Seien es die vielen Gaerten in denen Hobbyhalter Huehner oder Gaense halten. Sei es ein versteckt liegender Modellflugplatz, wo ich ab und an den Fliegern zusehe. Sei es kiolometerweit durch die “Neue Bahn” zu fahren, einer zu Beginn des letzten Jahrhunderts geplanten Bahntrasse, die allerdings nie fertiggestellt wurde und von der jetzt nur noch eine dichte Baumreihe zeugt, die zu einem Wander-, Rad- und Pferdeweg ausgebaut wurde. Oder sei es auch nur die Felder mit ihren Pflanzen, die mich innehalten lassen. Zuckerrueben, Mais, Spargel, Moehren, Dicke Bohnen, Buschbohnen und natuerlich nicht enden wollende Getreidefelder. Gerste, Hafer, Roggen und Weizen. Ausserdem sind Kartoffeln sehr zahlreich vertreten.

kartoffeln-bewaessernDiese Fontaenen haben mich interessiert. Warum giesse ich mein Giesswasser eigentlich so gewissenhaft an die Wurzeln? Muss doch anscheinend nicht sein.

Vor einigen Tagen, bei bruetendster Hitze und einem voellig wolkenlosen Himmel konnte ich aus einiger Entfernung die Fontaenen einer Beregnungsanlage erkennen. Da habe ich mir gedacht, da fahre ich einmal hin und sehe mir das genauer an. Eigentlich sollte jedes Kind wissen, dass man beim Giessen von Pflanzen die Blaetter nicht benaessen soll, schon gar nicht wenn keine Wolke am Himmel steht und die Sonne wie in der Sahara vom Himmel herunter brennt. Wer sich ein wenig naeher mit dem Gaertnern auskennt, der hat vielleicht schon mal gehoert, dass Kartoffeln, wie auch Tomaten nicht unbedingt Pflanzen sind, die eine lange Naesseperiode zu schaetzen wissen. Wasser brauchen sie zu genuege, ab einer gewissen Jahreszeit aber nicht unbedingt mehr von oben. Da gibt es ja so nette Pilze, die uns Hobbygaertnern das Leben schwer machen und die sich so unheimlich schlecht bekaempfen lassen wie die “Kraut und Braunfaeule“.

Diesen Bauern hat all das nicht gestoert. Allem gaertnerischem Grundwissen zum Trotz, mitten in der Gluthitze, ohne Ruecksicht auf Krankheiten hat er eifrig seine Kartoffeln mit Wasser von oben beregnet. Da versteh einer die Welt. Gelten fuer Bauern andere Regeln als fuer uns Hobbygaertner?

kartoffeln-bewaessern-schlauchtrommelEine pfiffige Sache. Die Trommel zieht den Schlitten mit dem Kreisregner (im Hintergrund) auf der Traktorfahrspur durchs Feld. So wird das Feld streifenweise gleichmaessig beregnet.

Ich habe mich aus der Ferne gefragt, wie man ein Feld mit einem Kreisregner vernuenftig bewaessern kann. Das muss ich zugeben, das war pfiffig geloest. Eine riesige Schlauchtrommel mit einem oberarmdicken Schlauch steht am Feldrand. Der eigentliche Regner faehrt auf einer Art Schlitten und wird auf der Traktorfahrspur von einem Motor in der Schlauchtrommel langsam durch das Feld gezogen. Der Bauer muss seine Schlauchtrommel nur an den Rand des Feldes fahren, den Schlauch samt Schlitten auf die andere Seite ziehen und das Wasser und den Motor anstellen. Der Rest geschieht von alleine. Nach einigen Stunden Bewaesserung kommt der Schlitten wieder auf der Ausgangsseite an, muss nur noch bis zur naechsten Traktorfahrspur weitergezogen werden, und der Vorgang beginnt von neuem. Eine pfiffige Sache. (Sollte ich mir mal auf meinen Bastelplan schreiben. Waere auch in unserem Garten keine schlechte Idee.)

kartoffeln-bewaessern-mit-leitungswasserWasser zur Beregnung aus dem Leitungsnetz. Kalt und frisch eigentlich nicht ideal fuer Pflanzen.

Als waere das noch nicht genug. Ich nehme an, der Bauer hat zur Beregnung auch noch stinknormales kaltes Leitungswasser benutzt. Wie ein Brunnen sah die Entnahmestelle naemlich nicht aus. Das soll mir mal einer erklaeren.

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