Archiv für die Kategorie: “Tierhaltung”


Wir sind begeistert. Wirklich. Wir haben es tatsaechlich geschafft, 8 Kueken auf die Welt zu bringen. Nun, nicht wirklich wir. Unsere Glucke hat die meiste Arbeit selbst erledigt. Das hat sie auch prima gemacht. Bei der letzten Zaehlung vor einiger Zeit konnten wir 10 Eier im Gelege zaehlen. Ein paar Tage vorher waren es nur 9. Jetzt laufen 8 Kueken froh und munter herum. Tapseln durch alle Ritzen, kuemmern sich um keinen Drahtzaun und piepsen um die Wette. Putzmuntere kleine Kerlchen (hoffentlich besser Kerlinnen). Wie kam es aber dazu, und was hat das alles mit Geburtshilfe zu tun? Den Rest des Eintrages lesen »

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Heute einmal ein Beitrag von der Frau des Hauses.

Selten bin ich so oft im Huehnerstall gewesen wie in den letzten Tagen. Jeden Tag mehrfach besorgte Blicke in den Bruteimer. Bei der gestrigen Waerme “hechelte” die Henne richtig und sah ziemlich fertig aus. Nachdem die Kueken schon “ueberfaellig” waren, befuerchteten wir das Schlimmste. Aber heute morgen, 8.00 Uhr, kommt der Grosse angerannt: “Mama, Mama, da sind zwei schwarze Kueken.” Schon in Buerokluft mit hochhackigen Schuhen und eigentlich schon zu spaet, rannte ich mit. Und tatsaechlich. Mit Traenen der Ruehrung (so sind wir Muetter halt) sah ich zwei kleine Schnaebelchen zwischen dem Gefieder der Henne rausragen. Gott, sind die suess. Und das leise Gepiepse. Als wollten sie sagen: Schaut her, hier sind wir. Wir haben es geschafft und die Eierschale gesprengt! Die Glucke gackerte leise dazu.

kueken

Nun sassen sie ja alle noch in dem Eimer, mit einem Stueck Deckel davor. Viel zu eng, und bei den sommerlichen Temperaturen viel zu warm. Also stieg ich mit meinen Pumps ueber den Draht, der die kleine Familie vom Rest der Huehner trennt, zog Handschuhe an, entfernte erstmal die Eimerdeckelreste und hob dann den ganzen Eimer inklusive Mutter und Kindern an, um sie vorsichtig in unsere vorbereitete Kiste umzubetten. Auch wenn ich beruhigend mit der Henne sprach, hackte sie um sich. Aber zusammen mit dem menschlichen Huehnervater schafften wir es - und da die Kiste groesser war, krabbelten die Kueken neugierig ganz unter dem Gefieder der Henne hervor und versetzten die mittlerweile komplett versammelte Familie, inkl. Oma und Opa in reines Entzuecken. Es ist schon lustig, wie gestandene Menschen tief beruehrt vor diesen kleinen Wollknuebbelchen stehen. Und ich als Mutter fuehlte eine gewisse Seelenverwandschaft mit der Henne. Mein Mann verdrehte die Augen, als ich zu der Henne sagte: Das hast du prima hingekriegt… Aber das verstehen Maenner halt nicht!

Abends konnte ich es kaum erwarten, vom Buero zurueckzukommen - und siehe da, mittlerweile waren es vier (drei schwarze und ein hellgelbes)! Eines suesser als das andere. Und sie hatten schon gelernt zu picken und zu trinken. Die “Mama” sass immer noch geduldig auf den restlichen vier Eiern. Von diesen vier Eiern sind zwei schon gesprungen. Ich habe eines vorsichtig ans Ohr gehalten und hoerte schon das Gepiepse und “Geklopfe”. Mal sehen, wie viele es diese Nacht schaffen.

Ich koennte die junge Familie stundenlang beobachten. Erst taucht ein Schnaebelchen unter dem Fluegel auf, dann das ganze Kueken, “hoppelt” um die Mutter rum zum Koernertopf und pickt. Eines von den schwarzen ist besonders vorwitzig und agil. Dann taucht an einer anderen Stelle ein anderes auf, gleiches Procedere. Zwischendurch Schnaebeln mit Mama und Piepsen. Als Antwort beruhigendes Gackern der Henne. Federleicht sind sie und haben winzige Fluegel, mit denen sie schon ein bisschen schlagen.

Manchmal schaut auch der Hahn ueber den Draht - das sieht so aus, wie ein stolzer Vater auf der Saeuglingsstation, dem man frueher durch die Scheibe sein Kind zeigte…

Ja, ja, ich weiss. Es sind Huehner. Und ich vermenschliche. Vielleicht liegt es an den zwei Bier, mit denen wir unseren Familienzuwachs heute abend begossen haben. Oder am Muttergen. Auf jeden Fall gibt es eine Menge Parallelen bei Muettern, egal ob aus der Tier- oder Menschenwelt. Auch wenn ich selten beruhigend gackere :)

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Aus der Traum von eigenem Honig in diesem Jahr. Das ist wirklich schade. Wir hatten uns schon innerlich darauf eingestellt, wenigstens ein kleines Glaesschen Honig ernten zu koennen. Geplatzt. Und warum? Es sind keine Bienen zu bekommen.

Zugegeben, bis die Bienenkiste bei uns eingetroffen war und wir uns ernstlich um einen Bienenschwarm kuemmern konnten, war es schon ziemlich spaet im Jahr. Wir haben zuerst einen Nebenberufsimker in einem Nachbardorf angesprochen, der uns auch felsenfest versprochen hatte, noch einen Bienenschwarm in diesem Jahr fuer uns zu finden. Er arbeitet mit der Feuerwehr zusammen und wird immer dann gerufen, wenn es irgendwo einen wilden Bienenschwarm einzufangen gilt. Als wir mit ihm vor einigen Wochen gesprochen haben, war er auch voller Zuversicht. Er hat aber auch dabei gesagt, dass die Imker hier in der Umgebung alle froh waeren, wenn sie ihre eigenen Beuten mit Bienen besetzt bekommen. Also ein ziemlich schlechtes Fruehjahr fuer die Imker. Wir haben auch den oertlichen Imkerverein angesprochen. Aber auch da kein Glueck. Es ist kein Bienenschwarm zu bekommen. Natuerlich haetten wir auch ueber die Schwarmboerse nach einem Bienenschwarm Ausschau halten koennen. Wir haben uns auch angemeldet, unser Suchbegehren allerdings nicht oeffentlich gemacht. Dafuer fehlt uns die Erfahrung. Was waere gewesen, wenn jemand einen Schwarm abzugeben gehabt haette, und wir ihn haetten transportieren muessen. Da haben wir keine Ahnung wie man das macht. Muss ich ehrlich zugeben. Fuer den Anfang sind wir einfach auf die Unterstuetzung eines erfahrenen Imkers angewiesen.

Ehrlich gesagt, wir haben es so kommen sehen. Aus diesem Grunde haben wir uns im naechsten Imkereifachhandel ein Imkerstarterset besorgt. Das ist mittlerweile auch schon wieder vier Wochen her. Dann haetten wir, wenn alles glatt gegangen waere, beide Varianten miteinander vergleichen koennen. Die herkoemmliche Imkerei mit Raehmchen und allem was dazu gehoert und den Naturbau mit der Bienenkiste. Auch als wir die Segeberger Beute im Imkereifachhandel abgeholt haben, haben wir die ganz klare Aussage bekommen, dass wir noch in diesem Jahr Bienen dafuer bekommen. “Wir rufen Sie an, wenn sie Ihre Bienen abholen koennen.” Wenn das keine klare Aussage war, dann weiss ich nicht. So haben wir gewartet und gewartet. Aber kein Anruf kam. Die Schwarmzeit endet wohl so um den 21. Juni jeden Jahres, und so habe ich vor kurzem im Imkereifachhandel angerufen. (Die Bienen fuer die Segeberger Beute waeren kein Schwarm gewesen). Die enttaeuschende Auskunft war, dass wir in diesem Jahr keine Bienen mehr bekommen werden.

Muss alles mit dem widrigen Wetter zu Beginn des Jahres zusammenhaengen. Die gesamte Bienenvermehrung (sagt man das so?) im Fruehjahr ist aufgrund des schlechten Wetters komplett ausgefallen. Der Rest des Fruehjahres hat dann nicht mehr ausgereicht,um die Ausfaelle zu kompensieren.

Ist vielleicht auch besser so. Jeder mit dem wir sprechen erzaehlt uns, dass die Bienenhaltung nicht ganz so einfach ist wie ein Haushund oder vielleicht Huehner. Da sollte man schon einiges Wissen abrufbar haben, um seine Bienen sicher und ertragreich zu halten. Das gibt uns die Moeglichkeit, uns ein wenig mehr mit der Materie zu befassen.

Was mich aber wirklich schockiert ist die Tatsache, dass, mit wem wir auch sprechen, die Bienenkiste fast nur auf Ablehnung stoesst. Wir haben so gut wie niemanden getroffen, der der Bienenhaltung in der Bienenkiste irgend etwas abgewinnen konnte. Als ich die Segeberger Beute beim Imkereifachhandel abgeholt habe, hatte ich die Bienenkiste im Kofferraum. Es hat nicht allzu lange gedauert bis eine Hand voll Imker am Kofferraum standen und sich die Kiste einmal genauer angesehen haben. Gehoert hatten alle schon mal davon. Ausprobiert hat sie allerdings niemand (nur der Vorsitzende des oertlichen Imkervereins hat sich auch eine Bienenkiste bauen lassen). Hoffentlich hat er sie noch in diesem Jahr mit Bienen bestueckt, so dass ich mir die Kiste einmal in Aktion ansehen kann.

Anscheinend sind Imker doch sehr konservative Menschen. Neue Wege scheinen nicht gern gesehen oder gewollt zu sein. Nicht nur die Handhabung der Bienenkiste scheint den, sagen wir einmal Standardimkern nicht praktikabel zu sein. Was das meiste Kopfschuetteln verursacht hat war der ziemlich hohe Preis. Fuer das Geld einer Bienenkiste sind schon einige Segeberger Beuten zu bekommen mit denen man wesentlich mehr Honig ernten koennen soll als mit der Bienenkiste. Auch mein Einwand, die Bienenkiste sei auch nicht dafuer gedacht, den Berufsimkern das Leben zu erleichtern, sondern sei eine Methode jedem an Bienen interessierten Menschen eine einfache, mit weniger Arbeit verbundene Variante der Bienenhaltung zu ermoeglichen zog nicht. Als ich schon wieder im Auto sass, waren die letzten Worte die der Chef des Imkerfachhandels noch an mich gerichtet hat:

“Das Geld haetten Sie sich sparen koennen.”

Haette ich, mache ich aber nicht. Ich bin weiterhin davon ueberzeugt. Vielleicht gerade deshalb, weil ich unvoreingenommen an die Imkerei herangehe. Als ich vor Jahren mit dem Gaertnern angefing, war es genau so. Warum nicht Neues ausprobieren? Warum nicht andere Wege gehen? Im naechsten Jahr sehen wir weiter. Dann werde ich aus erster Hand berichten, wo die Unterschiede liegen und ob der Einsatz einer Bienenkiste fuer Hobbyimker eine sinnvolle Alternative zur herkoemmlichen Imkerei darstellt.

In diesem Sinne, warten wir auf das naechste Jahr. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

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Wir haben uns super mit den Huehnern arrangiert. Das muss man sagen. Sie legen fleissig Eier, bleiben wo sie hingehoeren und fliegen nicht in Nachbars Gaerten herum,  wo wir sie muehevoll einsammeln muessen. Vielleicht haben wir stillschweigend ein Abkommen geschlossen. Sie kommen uns nicht ins Gehege, und wir kommen ihnen nicht ins Gehege, soweit es eben geht. Sie machen einen kerngesunden Eindruck, haben noch alle Federn, freuen sich jedesmal, wenn wir in die Naehe des Stalls kommen (es gibt meist eine Hand voll Weizen, und den scheinen sie besonders zu moegen), und der Chef der Bande gibt sich alle Muehe, uns morgens aus den Betten zu holen. Sie haben einen gesunden Appetit, was wir am Futterverbrauch merken. Wenn wir am Morgen die Huehnerklappe oeffnen, sprinten sie aus ihrem “Verlies”, als ob drinnen der Fuchs als Untermieter wohnen oder es lichterloh brennen wuerde. Die Eier schmecken super, obwohl, einen wirklichen Unterschied koennen wir zu den gekauften Eiern geschmacklich nicht feststellen. Der grosse Unterschied liegt wohl in der Frische. Waehrend gekaufte Eier z.B. als Spiegelei gebraten immer sehr zerlaufen, bleibt bei unseren frischen Eiern das Eiweiss schoen fest und verlaeuft nicht. So ein Spiegelei sieht noch wirklich aus wie ein Spiegelei wie man es sich vorstellt. Also alles in allem, wir sind stolz auf unsere Huehner. Und jetzt DAS.

So haben wir uns mit dem Status Quo arrangiert und haetten auch problemlos so weitermachen koennen. Einer der Hennen scheint das allerdings nicht zu gefallen. Vor mehr als einer Woche ist uns aufgefallen, dass eine der Hennen ziemlich viel Zeit in einem der “Eimernester” verbracht hat. Wir haben uns zuerst nichts dabei gedacht. Nomalerweise legen unsere Huehner ihre Eier am Morgen. Aeusserst selten, dass mal eines noch ein Ei am Nachmittag legt. Ist aber schon vorgekommen. So hat es uns nicht weiter gewundert, dass eine Henne schon mal nachmittags im Eimer sass. Irgendwann ist uns die Sache dann aber doch “spanisch” vorgekommen, und wir haben es einmal genauer beobachtet. Und da fiel es uns wie Schuppen aus den Haaren. Klar doch. Huehner sind ja nicht nur zum Eierlegen da. Da gabs doch noch was, ach so, jaja. Die muessen sich ja auch vermehren, und das tun die doch dadurch, dass sie wochenlang auf den Eiern sitzen bleiben. Das Ergebnis davon sind dann so kleine putzige flauschige Kuegelchen, die piepsend vor sich her stolpern. Jetzt haben wir das Problem. Das ist jetzt zehn Tage her. Bleiben also noch gerade mal 10 Tage bis, so hoffen wir, unser “kleiner Bauernhof” die ersten Nachkommen begruessen kann. Jetzt muessen wir einmal nachlesen, was zu tun ist, damit die kleinen Huehnererdenbuerger sich auch wohlfuehlen.

Wenn ich das recht verstanden habe, sollte man der Glucke mit ihrem Nachwuchs ein eigenes kleines Gehege zur Verfuegung stellen, damit sie ungestoert vom aggressiven Kerlchen den Kueken all das beibringen kann, was so ein gefiederter Zweibeiner alles wissen muss, um sich in dieser Welt zurecht zu finden. Das ist also wieder eine neue Aufgabe fuer uns Stadtmenschen. Wir lernen jeden Tag dazu. Ich habe einmal nachgesehen, was man dagegen tun kann wenn der Huehnerhalter keinen Nachwuchs gebrauchen kann und wie man das nennt. Das nennt man “entglucken”. Junge Junge, was es alles fuer Worte in der deutschen Sprache gibt. Habe ich in meinem Leben noch nicht gehoert. Ich seh’s schon kommen. Wir werden noch zu perfekten “Kleinbauern”.

Und damit sich auch jeder Leser vorstellen kann, wie unsere Huehner so leben und wie man mit so einem aggressiven Kerlchen richtig umgeht, habe ich einmal einen kurzen Videofilm von unserem Huehnerstall und allem was damit zusammenhaengt gedreht. Bitte nicht lachen. So ein Hahn ist eben fuer uns Stadtmenschen immer noch ein wildes Tier. Da darf ich schon mal ein wenig Angst haben. Viel Spass.

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Es wird langsam Zeit, uns um die Bienenkiste zu kuemmern, die seit einiger Zeit schon unangetastet im Schuppen stand. Wir erwarten taeglich einen Anruf und die Mitteilung, es sind Bienen fuer uns verfuegbar. Also hoechste Zeit, die Kiste fuer den Einzug vorzubereiten. Wir hatten unsere Bienenkiste nicht komplett montiert bestellt. War einige Euro preiswerter. Was da noch zu machen war, habe ich mir ohne weiteres zugetraut. Werfen wir heute also einmal einen Blick auf die Arbeiten die noetig sind, um die Bienenkiste fertigzustellen. Den Rest des Eintrages lesen »

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