Maronen, Maroni oder auch Esskastanien gehoeren zum Winter wie der Schnee und wie Geschenke zu Weihnachten. Nicht nur in vielen gut buergerlichen Gerichten werden Maronen verwendet, wie zum Beispiel in Fuellungen fuer Gefluegel. Man findet sie auch zur Winterzeit in jeder Stadt in unzaehligen Verkaufsstaenden. Sie stehen vor Bahnhoefen, sie stehen vor Einkaufscentren und sie stehen natuerlich auf jedem gut sortierten Weihnachtsmarkt. Was waere ein Winter mit Schnee und Eis, was waere ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt ohne den suesslichen Duft geroesteter Maronen? Kaum vorstellbar.

Auch wir haben uns in der Vergangenheit in jedem Jahr mindestens eine Portion geroesteter Maronen gegoennt. Meist auf einem Weihnachtsmarkt dem wir, der Tradition wegen, in jedem Jahr einen Besuch abstatten.

Auch wenn geroestete Maronen nicht gerade preiswert sind,
sie gehoeren einfach zum Weichnachtsmarktbesuch wie die Waffel mit heissen Kirschen, wie das jaehrliche Glas Gluehwein oder, wenn vorhanden, die halbe Stunde Schlittschuhlaufen auf dem Weihnachtsmarkt. (Wobei wir in diesem Jahr kein besonderes Glueck mit Schlittschuhlaufen hatten. Moderne Zeiten. Die Schlittschuhbahn war aus Kunststoff und nicht aus Eis. Das war mehr ein Stolpern als ein Laufen.)

In diesem Jahr haben wir allerdings darauf verzichtet, Maronen zu kaufen. Wir leben ja auf dem Land, und da ist es nicht schwer an Maronen zu kommen. Unsere Nachbarn z.B. haben einen Esskastanienbaum im Garten, der in jedem Jahr saeckeweise Maronen traegt, die die Nachbarn gar nicht alle verwerten koennen. So haben wir uns einen Eimer davon sammeln duerfen. (Danke an die Nachbarn.)

maronen-auf-dem-grill-zubereiten

Dieser Eimer stand nun schon seit Wochen unbeachtet im Schuppen. Da fiel uns gestern ein, dass wir noch gar keine Maronen in diesem Winter gegessen hatten. Das mussten wir nachholen. Das Wetter war prima, die Temperatur knapp unter dem Gefrierpunkt, auf dem Hof lagen noch Berge von Schnee, also ideale Bedingungen uns selbst mal ans Maronenroesten zu machen. Aber nicht “stillos” im Backofen, der Pfanne, auf der Elektroherdplatte oder schlimmer noch in der Mikrowelle. Nein, wenn schon dann schon zuenftig auf dem Grill draussen in der Kaelte. In einem Schuppen stand noch ein kleiner alter Gusseisengrill.

geroestete-maroni

Den haben wir hervorgeholt, auf einer Metallplatte auf den Hof gestellt und mit Brennholz angeheizt, bis nur noch Glut vorhanden war.  Grillrost aufgelegt und die eingeschnittenen Maronen einige Minuten geroestet. Ich gebe zu, der erste Versuch ist uns nicht so gut gelungen. Wir haben sie nur an einer Seite mit einem Messer eingeschnitten. Im Dunkeln war kaum zu erkennen, ob die Maronen schon gar waren. So war die erste Portion ziemlich verkokelt. Es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen. Der zweite Durchgang war da schon wesentlich besser. So ganz sind unsere selbstgeroesteten Maronen dann aber doch nicht an die herangekommen, die fachmaennisch auf den Weihnachtsmaerkten verkauft werden. (Vielleicht fehlten einige Glaeser Gluehwein zum Nachspuelen).

Jedenfalls haben wir unsere Portion Maronen doch noch bekommen.

Tipps zum richtigen Maronenroesten.

Jetzt habe ich mich einmal auf die Internetsuche gemacht, wie man denn Maronen wirklich richtig auf dem Grill roestet. Da kann man einiges lernen.

  • Jede Marone vor dem Roesten auf Wurmloecher untersuchen. Eventuell die Maronen in eine Schuessel mit warmem Wasser legen. Sinkt sie nach unten ist sie zum Verzehr geeignet. Bleibt sie an der Oberflaeche, sollte man besser die Finger davon lassen. Sowohl Schimmel aus auch Wurmbefall koennen die Ursache dafuer sein.
  • Maronen vor dem Roesten einschneiden. Um zu verhindern, dass die Maronen aufplatzen, sollte man die Spitze der Marone abschneiden und dann die spitze Seite kreuzweise bis auf das Fruchtfleisch einschneiden. Ich habe aber auch mehrfach die Information gefunden, die Kastanien auf der bauchigen Seite kreuzweise einzuschneiden. Kann also offensichtlich nicht so wichtig sein, auf welcher Seite sie angeschnitten werden, Hauptsache, sie werden eingeschnitten.
  • Es soll auch helfen, die Maronen vor dem Roesten 5 bis 6 Minuten in heissem Wasser zu kochen. Eventuell ein klein wenig Salz beigeben.
  • Nach dem Roesten die heissen Kastanien mit einem nassen Kuechentuch bedecken. Das soll das Schaelen erheblich vereinfachen.
  • Maronen sind nicht lange lagerfaehig. Im Gegensatz zu Nuessen enthalten sie viel Staerke (die sich beim Roesten in Zucker umwandelt und fuer den suesslichen Geschmack sorgt). Werden Maronen zu lange und zu warm gelagert, werden sie muffig und ungeniessbar. Am besten nicht laenger als bis Ende November mit dem Verzehr warten, oder aber auf gekaufte Maronen, die hoffentlich kuehl und sachgerechter gelagert wurden, ausweichen.
  • Beim Maronenkauf darauf achten, nicht zu leichte Maronen zu kaufen. Das Innere koennte schon vertrocknet sein oder ganz fehlen. Ebenfalls sollte man darauf achten, nur glaenzende glatte relativ grosse Maronen zu kaufen.
  • Esskastanien niemals feucht einlagern. Dies fuehrt zu Schimmelbefall und macht sie unbrauchbar. Man kann Maronen auch roh und gegart einfrieren.
  • Andere Arten der Zubereitung von Maronen.

    Es geht aber auch wesentlich komfortabler. Wer sich die Muehe mit dem Grillrost und den immer wieder herunterkullernden Maronen nicht machen moechte, fuer den empfiehlt sich die Anschaffung einer gelochten gusseisernen Maronen-Pfanne. Damit lassen sich Maronen auf dem Grill ohne viel Muehe zubereiten.

    Noch einfacher soll es mit einer nicht gelochten Maronen-Pfanne gehen. Diese laesst sich auch auf normalen Elektroherdplatten inklusive Induktionsherden verwenden.

    Fuer 71.90 Euro geht es auch noch komfortabler. Mit einem Maronenofen duerfte es noch um einiges leichter vonstatten gehen. Darueber hinaus laesst sich solch ein Maronenofen auch noch zum Grillen, zum Zubereiten von Ofenkartoffeln und Aehnlichem und ausserdem zur Zubereitung von Crepes verwenden. (Wieder so ein Geraet, das 364 Tage im Jahr ungenutzt im Schrank steht…)

    Wer jetzt aber doch nicht auf das “wirkliche Maronenroestgefuehl” verzichten moechte, der kann auch zu einem Gartengrillkamin, speziell auf die Beduerfnisse eines Hobby- Maronenroesters zugeschnitten, zurueckgreifen. (Was es alles gibt!!)

    Es gibt sogar Schwedenfackeln aus Metall mit einer optional erhaeltlichen Maronenpfanne. (Da muss ich mich ja schon fast schaemen, nur einen simplen Grill verwendet zu haben:) )

    Es gibt sogar spezielle Terracottatoepfe, in denen sich Esskastanien zubereiten lassen sollen. Topf einfach mit Maronen fuellen und in den Backofen stellen.

    Und letztendlich bleibt ja auch noch der gute alte Backofen. Maronen einschneiden, aufs Backblech, 15 bis 20 Minuten bei 200 Grad roesten und geniessen.

    Wer bei dieser Fuelle an Moeglichkeiten nicht die richtige fuer sich selbst findet, dem ist wirklich nicht zu helfen. Wie uns. Wir werden auch im naechsten Jahr unsere jaehrliche Portion Maronen auf dem Grill ganz ohne Schnick Schnack zubereiten und hoffen, nicht ganz so viel verbrante Maronen zu schlucken. Echte Puristen eben.

    4 Antworten zu “Tipps zum Roesten von Maronen auf dem Grill.”
    1. Margit sagt:

      Bei uns gibt es weit und breit keine Esskastanienbäume. Wie gerne hätte ich einen in der Nachbarschaft so wie ihr! Kaufen mag ich die Maronen seit dem Testbericht, den ich heuer gelesen habe, nicht mehr. Die Prozentzahlen der verdorbenen habe ich mittlerweile glücklicherweise wieder verdrängen können, aber der Appetit ist mir auf längere Zeit gründlich vergangen.
      Liebe Grüße, Margit

      • admin sagt:

        Hallo Margit

        Schade dass Ihr keine Kastanienbaeume in der Umgebung habt. Ich wuesste hier eine ganze Reihe Stellen an denen man sammeln koennte. Diese Meldung ueber den hohen Anteil verdorbener Maronen in gekaufter Ware habe ich auch gelesen. Ich glaube aber nicht, dass es sich dabei nur um gekaufte Ware handelt. Auch in den unseren waren einige verdorbene dabei. Ob der Anteil nun aber so so hoch wie in den Meldungen war bezweifele ich. Gehoert vielleicht einfach dazu. Auch nicht jede Tomate und jede Kartoffel aus dem Garten ist geniessbar.

        Gruss RR

    2. Schöner Beitrag, ich röste meine auch mal gern auf nem Schwedenfeuer oder Baumstammfeuer. Kann ich jedem nur empfehlen.

    3. Auf dem Schwedenfeuer grillen, das muss ich auch noch probieren. Bisher habe ich nur das schöne Licht genossen

    4.  
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