29 Salate auf der Flaeche einer grossen Bratpfanne: Geht das?
Geschrieben von admin in Dies und Das, Ernte, Gemüseanbau, Im Internet gefunden, Schaedlinge, Selbst gemacht, Versuche, tags: Gartenerde, SalatSchon erstaunlich was wir als Gaertner so alles anstellen, wenn nicht genuegend Anbauflaeche zur Verfuegung steht. Vor einigen Wochen habe ich durch Zufall von einem Salatbaum gehoert. Muss auf der Seite permakultur.wordpress.com/ gewesen sein. Und seit dem hat mich dieser Gedanke nicht mehr losgelassen. Hoerte sich simpel an, einfach und preiswert zu realisieren. Salate oder anderes Gemuese auf engstem Raum, mit wenig Arbeit in Bezug aufs Giessen und in Bezug auf Unkraut jaeten und in Bezug auf Fressfeinde. Ich wollte auch einmal einen Salatbaum basteln.
Durch die viel zu knapp zur Verfuegung stehende Zeit allerdings bin ich bis vor kurzem nicht dazu gekommen, mich einmal darum zu kuemmern. Bis zu einem Tag vor etwas mehr als einer Woche, an dem ich wieder einmal unsere Schuppen “ausmistete”. Es hat sich so allerhand Kram in den vergangenen Jahren angesammelt oder aber war schon hier im Haus vorhanden. Da ist es zwingend notwendig, von Zeit zu Zeit einmal all den Krempel durchzusehen, von dem man sich bisher nie trennen konnte. Koennte man doch irgendwann einmal gebrauchen. Von Blumentopfuntersetzern bis Handbohrern, von einer alten Sichel bis zu einer meterlangen Pferdepeitsche, von einem Stapel Braunkohlebriketts bis hin zu kilometerlangen Stromkabeln. Lassen wir erst einmal liegen. Es kommt bestimmt der Tag, an dem wir das noch mal gebrauchen koennen. So geht es immer wieder. Und doch, jedesmal wenn ich wieder neu durch die verschiedenen Lagerschuppen sehe, wird wieder etwas ausrangiert.
Noch sieht unser Salatbaum nach nichts aus. Hoffen wir mal, das aendert sich in einigen Wochen.
An diesem Tag allerdings stiess ich in einem Schuppen auf ein ca. 2 Meter langes Plastikabflussrohr. Da erinnerte ich mich an den Salatbaum, kramte das Rohr hinter diversen anderen Rohren, Stangen und Dachziegeln hervor und habe mich sofort drangemacht, daraus einen Salatbaum zu basteln. Die Planung war schnell abgeschlossen. Es sollte nur Salat darin wachsen. (Obwohl ich mir denken koennte, auch andere Gemuesearten wie Kohlrabi oder Bohnen koennten geeignet sein.) Fuer die meisten anderen Gemuesesorten war es schon zu spaet. Da der Salatbaum in unserem Innenhof stehen sollte, habe ich mit einem Forstnerbohrer auf einer Seite des Rohres relativ dicht ca. 4 Zentimeter grosse Loecher gebohrt. In dieser Form passen fast 30 Pflanzen in das Rohr. Die Rueckseite habe ich bewusst freigelassen, um die ganze Konstruktion nicht alle naselang drehen zu muessen. Die Rueckseite zeigt zu einer Ziegelwand. Das Rohr habe ich dann in einen 15 Liter Pflanztopf gestellt und aussen mit Gartenerde zugestopft. So ganz standsicher ist es damit nicht geworden. Es sollte aber auf dem Hof reichen, wo der Wind nicht so pfeift wie im Garten hinten auf der Wiese.
Ich hoffe, das Abflussrohr enthaelt nicht all zu viel Chemie. Weichmacher im Salat brauchen wir eigentlich nicht.
Von oben habe ich dann Blumenerde hineingeschuettet, und nach jedem Eimer mit einem Balken ein wenig festgestampft. Ein wenig Blumenerde rieselt durch die Loecher heraus und wird oben wieder eingefuellt. in die oberen 15 Zentimeter habe ich keine Blumenerde eingefuellt. Dieser Raum dient zur Vereinfachung der Bewaesserung. Einen Liter Wasser hineingeschuettet und einfach warten, bis es durch die Erde nach unten sickert. Mit den Fingern ein kleines Loch in die Erde gemacht, Salatpflanze hinein und so gut es geht angedrueckt. Fertig.
In den Pflanztopf werde ich demnaechst noch etwas anderes pflanzen.
Zur Pflanzenauswahl muss ich sagen, waren wir nicht allzu kreativ. Selbst vorgezogene Salate hatte ich keine, und im hiesigen Baumarkt waren nur noch wenige zur Auswahl. Ich meine mich zu erinnern, dass wir vor Jahren erhebliche Probleme mit schiessenden Salaten hatten. Ganz besonders betroffen davon waren gruene Salate. Wir hatten gruenen als auch roten Pfluecksalat im Garten angebaut, wovon die gruenen im Sommer ohne nennenswerten Salat geliefert zu haben direkt zu bluehen begannen. Die roten dagegen konnten wir noch wochenlang beernten. So habe ich mich fuer roten Pfluecksalat entschieden. (Sollte sich unser Salatbaum bewaehren, werden weitere Versuche mit anderen Salaten und Gemuesesorten folgen).
Ich gebe zu, die ersten Tage sah das Ganze ziemlich trostlos aus. In der prallen Sonne hingen die Blaetter wie Laemmerschwaenze herunter, und ich hatte schon Angst, der ganze Versuch wuerde enden bevor er richtig begonnen haette. Ende Juni ist kaum die richtige Zeit, um Salate zu pflanzen. Aber jetzt nach mehr als einer Woche sieht unser Salatbaum schon recht ordentlich aus. Alle Pflanzen sind angewachsen und legen jeden Tag zu. Es wird nicht mehr lange dauern bis wir die ersten Salatblaettchen ernten koennen. Keine Probleme mit Fressfeinden wie Schnecken, wesentlich weniger Giessen und viel einfacheres Ernten. Aus der Kueche auf den Hof, die noetigen Blaettchen fuer einen Salat frisch gezupft und direkt hinein in die Salatsosse. So jedenfalls stellen wir uns den Salatbaum vor.
Sehe ich mir meine eigenen Videos so an, dann muss ich zugeben, kein Robert Redford zu sein (der laeuft nicht mit Socken herum). Nicht einmal an Sylvester Stallone komme ich ran (ohne Hemd aber fast zum Verwechseln). Letztens meinte jemand auf unserem Youtubekanal, ob ich nicht “Peter Lustig” waere. Ich musste erst einmal nachsehen, wer das ueberhaupt ist. Also, nicht lachen, selber machen.
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Solche Experimente habe ich schon hinter mir.
Mit Erdbeeren, Salaten, Kräutern… wobei die Kräuter noch am erfolgreichsten waren.
Der Traum von wenig Gießarbeit ist bei mir nämlich einer geblieben. Oben trocknets aus und unten faulen unter Umständen die Wurzeln weg.
Mit Balkonkästen in mehreren Etagen an der Ziegelmauer wärst du auf jeden Fall besser dran, aber viel Glück!
Das ist ja mal eine hochinteressante Idee. Bisher habe ich in dieser Saison den Mais mit Salat unterpflanzt, aber langsam wird der Mais größer und der Salat bekommt bald nicht mehr genug Licht - aber so kann’s dann doch noch weitergehen. Danke für die Vorstellung dieser Idee!
Das nenne ich mal eine kreative und originelle Idee, den Salat als Baum anzupflanzen. Da kommt man auch richtig gut ran.
Das Salatbaum ist echt toll. Und man haette keine Problem mit Kaninchen. Ich werde dieses Experiment selbst machen. Mein Freund und Ich haben ein neues und kleines Gemuese Garten in den USA. Danke fuer die Idee!
(Ich entschuldige mich, mein Deutsch ist nicht so gut. Es ist schon 12 Jarhen seit ich Deutsch in den Uni gelernt habe)
Hallo thyme2garden
und herzlichen Dank fuer deinen Kommentar. Ob sich der Salatbaum bewaehrt muss sich erst noch herausstellen. Aber eines kann ich jetzt schon sagen: die Hoehe ist vielleicht doch etwas zu gross gewesen. Das Giesswasser laeuft nur sehr langsam nach unten durch.
Aber viel Spass beim Nachbauen.
Gruss RR
Hallo Doreen
Da hast du recht. Ernten lassen sollte sich der Salat wirklich einfach. Der Ruecken freut sich.
Gruss RR
Hallo jmsanta
Danke fuer deine Meldung
Ein kleiner Tip: Nicht Salat unter den Mais sondern Bohnen und Kuerbis. Hab ich gelesen sollen schon die Indianer gemacht haben. Such mal im Internet nach Indianerbeet oder auf unserem Blog. Da muesste auch was zu finden sein.
Gruss RR
Hallo Ines
Ich denke, du hast einen kleinen Denkfehler begangen. Der Salatbaum soll nicht von unten Gewaessert werden, sondern das Giesswasser wird einfach oben in die Roehre geschuettet. Es soll dann nach unten durchsickern. Bei so vielen Pflanzen wie bei uns gehen da schon einige Liter am Tag durch. In dieser Gluthitze sind uns auch die unteren schon mal vollstaendig ausgetrocknet. Jedenfalls zu viel Wasser koennen sie nicht bekommen. Was zuviel ist laeuft einfach nach unten durch und versickert.
Gruss RR
HUST - auf die Idee einen Salatbaum von unten zu wässern mußt man erst mal kommen.
Frau kam jedenfalls nicht drauf
Und wie ich aus deinem Kommentar lesen kann, ist der Traum von wenig Gießarbeit auch bei dir einer geblieben. Aber platzsparend ist so eine Lösung allemal und auch für den Balkon optimal. Da hatte ich das nämlich versucht, mangels Beet.
Nein nein nein, so habe ich das nicht gemeint. Du hast geschrieben das deine Pflanzen oben vertrockneten und unten verfaulten. An unserem Salatbaum ist das eher umgekehrt. Di unteren Pflanzen kriegen nicht genug Wasser ab. Liegt vielleicht an der Hoehe von mehr als 2 Metern. Bis das Wasser nach unten durchsickert dauert es eine ganze Zeit. Vieles davon ist dann schon ueber die Loecher nach aussen abgetropft.
So habe ich angenommen, du haettest deinen Salatbaum, wenn er nicht zu hoch war, ueber die Kappilarkraft bewaessert. Dabei “saugt” sich das Wasser wie in einem Kuechentuch von unten nach oben. Dem sind allerdings wohl physikalische Grenzen gesetzt. Grundwasser steigt ja auch mittels Kappilarkraft nach oben. Also beide Varianten sind denkbar. Es haengt von der Hoehe ab.
An unserem Baum wachsen die pflanzen oben prima und sind eigentlich schon erntereif. Und das nach sehr kurzer Zeit. Ganz unten allerdings duempeln sie vor sich hin und haben kaum zugelegt.
Ich wollte dich also nicht fuer dumm verkaufen.
Gruss RR
… super Video, Gratulation! Ich bin aber weder Erfinder noch Vermarkter, noch gibt es ein Patent von mir auf die Saltbäume. Verwende sie jetzt im 4. Jahr. Bewässerung ist kein Problem, wenn man mit Rohr/in/Rohr arbeitet. Zusätzlich stecke ich auch in jedes Loch ein Stück Pappe, damit die Erde nicht heraus rieselt!
Grundsätzlich bin ich aber dafür, wenn man mit den Pflanzen in den Boden kann, dann sollte man auch in den Boden rein. Ist eben gedacht für Menschen ohne Garten! Übrigens kommt auch Kohlrabi sehr gut!
Herzliche Grüße
Bernhard
Sommersalat mit Joghurt-Dressing…
Draußen wird es wärmer, die Sonne scheint, die Äpfelbäume blühen, alles erwacht zu Leben und langsam wächst auch der Salat im Frühbeet des Gartens. Bei seinem Anblick bekomme ich richtig Lust auf einen herrlichen …