Posts Tagged “Beet 16 2009”

Viel gibt es im Garten nicht mehr zu pflanzen oder saeen. Vielleicht noch Feldsalat, Endiviensalat oder Gruenkohl. Die Auswahl wird von Tag zu Tag geringer. Wir haben allerdings eine Kultur gefunden, die auch jetzt noch gesaet werden kann. Wir sind durch Zufall bei Herrn Bohl darauf gestossen. Ulmer Ochsenhoerner. Das klingt gut. Genau das Richtige fuer uns. Wir probieren alles was uns in die Quere kommt. Wir koennen nur daraus lernen. So haben wir uns ein Paeckchen davon besorgt und vor einiger Zeit in einer Topfplatte 60 Pflanzen vorgezogen. Diese waren noch recht klein als wir sie heute aufs Beet verpflanzt haben. Da war naemlich noch eine Ecke frei. Das Stueck, auf dem wir im Fruehjahr versuchten Pastinaken und Wurzelpetersilie durch den Mulch hinweg zu saeen, lag bis jetzt brach. Dicht bedeckt mit einer Lage Heu.

Also kurzerhand einen Eimer Kompost verteilt, eingearbeitet und die kleinen Pflaenzchen ausgepflanzt.

letzte-pflanzungen

ulmer-ochenhorn-jungpflanze

Wenn wir die wenigen Informationen, die wir ueber Ulmer Ochsenhoerner finden konnten, zusammennehmen, muessen dies sehr rasch wachsende kleinere Rueben mit einem leicht bitteren Beigeschmack sein. Die Packung gab einen Abstand von 5 mal 25 Zentimeter an. Wir haben etwas mehr Platz gegeben. Warten wir ab, was uns da erwartet.

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Der ein oder andere Leser mag sich noch an unseren Post vom 21.04.2009 erinnern. Wir schrieben damals, dass wir ein Fleckchen Beet mit Heumulch bedeckt gelassen haben und da hinein saeen wollten. So wie es Frau Stout in Ihrem Buch “Mulch - Gaertnern ohne Arbeit” beschreibt.

Das haben wir auch gemacht. Mit “ueberragendem” Erfolg. Den Rest des Eintrages lesen »

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In der Anfangszeit, in der wir mit dem Gaertnern begonnen haben, sind wir oft in die Stadtbuecherei gefahren und haben alle Buecher uebers Gaertnern und ueber Pflanzen, die wir finden konnten gelesen. Unter anderem auch “Mulch - Gaertnern ohne Arbeit” von Ruth Stout.

Aber wie es so im Leben ist, “Wat der Bur net kennt, dat friss er net”. So auch bei uns. Was Frau Stout in ihrem Buch beschreibt, auf typisch amerikanische Art, klingt alles klar und logisch. Keine Arbeit mehr mit Unkraut zupfen, keine Arbeit mit Umgraben, keine Arbeit mit Duengung. Was spricht dagegen, die “Mulchmethode” in der Praxis anzuwenden? Ganz einfach, die menschliche Traegheit. Hoert sich etwas so gut an, dass man es kaum glauben kann, schiebt man es ins Reich der Fantasie. Der Mensch belaesst es bei dem, was er gelernt hat und mit dem er schon einmal Erfolg hatte, oder weil er es schon immer so gemacht hat.

So ist es auch bei uns gewesen. Wohin wir blickten, mit wem wir auch sprachen, Mulchen war zwar bekannt, angewendet hat es allerdings kaum niemand, und wenn, dann hoechstens mit einem Mulchvlies unter den Erdbeeren.

Eines der Dinge, die uns aus diesem Buch noch in Erinnerung ist, sind die Zweifel daran, genuegend Material zusammen zu bekommen um einen ganzen Schrebergarten konsequent zu mulchen. Wollten wir dies aus eigener Produktion tun, so braeuchten wir noch zwei mal dieselbe Flaeche um soviel Heu zu machen, dass unsere Gemuesebeete konsequent gemulcht werden koennten. Und diese Flaeche haben wir nicht.

Wir haben also die Mulchmethode erst einmal ad acta gelegt.

Je mehr wir uns allerdings mit dem Gaertnern beschaeftigt haben, umso mehr kam uns der Gedanke, auch einmal andere Wege zu gehen. So haben wir im letzten Jahr einige Ballen Heu besorgt und einige Beete damit dick bedeckt. Einiges davon haben wir wieder abgeraeumt damit wir unsere Beete fuer die Saison vorbereiten koennen. Das Heu ist auf dem Kompost gelandet. An anderen Stellen haben wir es einfach liegen gelassen, und es hat uns schon ein wenig ueberrascht, wie gut der Boden darunter heute aussieht (mal abgesehen von den unzaehligen Maulwurfs - oder Maeusegaengen). Und unseren Spargel haben wir z.B.  unter einer dicken Schicht Heu durch den Winter gebracht. Durch diese Schicht schieben sich zur Zeit die ersten Spargelstangen. Kein Unkraut hat es bisher geschafft, durch den Mulch zu wachsen. Das ist schon ein Erfolg.

Ein weiteres Stueck haben wir ebenfalls belassen und werden dort ein wenig experimentieren. Frau Stout schreibt zum Beispiel, es sei kein Problem, Jungpflanzen zu setzen. Das leuchtet ein. Das Heu ein wenig zur Seite druecken, und die kleine Pflanze in die Erde stecken. Wie ist es aber mit dem Saeen? Frau Stout schreibt, man schiebt genauso wie beim Pflanzen die Mulchschicht zur Seite und saet einfach dazwischen. Das haben wir gemacht.

mulchbeet-wurzelpetersilie

Bei diesen beiden Reihen haben wir Wurzelpetersilie gewaehlt. Damit lassen sich so herrlich schmeckende Sueppchen zubereiten (nur selbst angebaute haben wir noch keine ernten koennen. Wir mussten immer auf den Supermarkt ausweichen).

Wir haben reichlich Samen zwischen die Mulchdecke gestreut und angedrueckt. Unsere angeborene Skepsis oder aber unser mangelnder Optimismus lassen uns immer noch zweifeln. Wir lassen uns allerdings jederzeit positiv ueberraschen.

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