Posts Tagged “Kohlrabi”

Es gibt so Momente, an denen alles zusammenkommt und mich in ein tiefes Loch hinein zieht. Seit mehr als acht Jahren fast keine Nacht mehr durchgeschlafen, die Kinder eben. Eine gehoerige Portion Midlifecrisis, Winteranfangsdepression, Rueckenschmerzen, leichte Erkaeltung und ein Martinszugterminkalender, der einem kaum Zeit zum Atmen laesst. Der Sommer war mehr als beschissen, das Fernsehprogramm zum Heulen und die Rechnungen nehmen kein Ende. Dazu noch Berge von unerledigten Arbeiten, zu denen ich keine Lust habe, oder die mein kaputter Ruecken nicht zulaesst. Ich plage mich mit Tausenden stechender “Plagegeister” herum. Die Kaninchen fressen mehr als ich herbeischaffen kann, die Huehner legen kaum mehr Eier und die Enten brueten schon wieder. Also alles in allem keine gute Zeit fuer mich.

Dann fehlt nur noch das Tuepfelchen auf dem “I” um das Fass zum Ueberlaufen zu bringen. Da muehe ich mich doch Jahr fuer Jahr im Garten ab, pflanze Baeume, pfluege, saee, hacke Unkraut, stehe stundenlang in der Kueche um all die Ernten halbwegs haltbar zu machen, plane schon die neue Saison mit noch mehr Anbauflaeche und noch mehr Vielfalt im Garten und dann

DAS.

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Lassen wir mal das daemliche Grinsen auf meinem Photo beiseite. Ich weiss selbst, ich mache da keine besonders intelligente Figur. Liegt daran, dass ich die Kamera immer so weit von mir weg halten muss. Da kann es schon mal passieren, dass sich mein Gesicht ein wenig verzieht.

Es soll hier naemlich gar nicht um meine Knolle gehen, sondern um die Knolle neben mir, oder besser gesagt, um die Knolle, die da sein muesste, aber nicht ist. Der erfahrene Hobbygaetner wird dieses Gewaechs schnell als eine Kohlrabipflanze identifizieren. Auch ich bin der festen Ueberzeugung, dass es sich um eine Kohlrabi handelt. Ich habe das Samenkorn selbst aus der Tuete genommen, selbst in die Erde gesteckt und selbst das kleine Pflaenzchen vor einigen Wochen ins Gewaechshaus gepflanzt. Irrtum ausgeschlossen.

kohlrabi-ohne-knolle

Zugegeben, das Pflaezchen hat von Anfang an anders als die anderen ausgesehen. Es war viel roetlicher und auch ein wenig kraeftiger als die anderen, die mit in der Reihe standen. Waehrend alle anderen schon lange abgeerntet waren, tat sich bei dieser einen nicht besonders viel, jedenfalls nicht an der Knolle. Gewachsen ist die Pflanze rasant. Bei ihrem unfreiwilligen Ende vor einigen Tagen, als mir diese Riesenkohlrabi ohne Knolle auf die Nerven ging, hatte sie gut einen Durchmesser von mehr als einem Meter. Nur, auf die Knolle hat sich dieses enorme Wachstum nicht ausgewirkt. Von Knolle war da naemlich nichts zu sehen. Blaetter ueber Blaetter, so grosse, dass ich sie schon abschneiden musste, damit die anderen in der Reihe auch noch etwas vom Licht abbekamen.

Woran mag das jetzt gelegen haben?

Am Naehrstoffmangel eher nicht. Das haette sich auch bei den anderen Kohlrabi gezeigt. Ich schliesse auch Wassermangel und sonstige Mangelerscheinungen aus. Zuerst hatte ich angenommen, es haette sich vielleicht ein Samenkoernchen Superschmelz in die Tuete verirrt. Daran glaube ich aber nicht mehr. Superschmelz ist nicht rot und waechst auch nicht so in die Breite. Dass sich vielleicht eine ganz andere Kohlsorte in das Samentuetchen verirrt hat, wage ich zu bezweifeln. Dafuer hatte die Kohlrabi zu viel Aehnlichkeit mit einer solchen. Muss sich also um eine “Mutation” gehandelt haben. Oder aber, es handelt sich um eine Folge von Vernalisation (meine Guete, was es alles fuer Sachen auf der Welt gibt). Aber auch das kann ich mir kaum vorstellen. Alle anderen Kohlrabi die wir schon geerntet haben, zeigten keine Anzeichen von Schossen, zumal sie alle im Folientunnel standen.  

Hat da jemand eine andere Erklaerung fuer?

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Waehrend draussen im Gemuesegarten nicht mehr alles zum Besten steht, sieht es im Folientunnel noch recht gut aus. Bis auf einige Salate, die doch arg von Blattlaeusen heimgesucht wurden, waechst der Rest froehlich vor sich hin und macht keine Probleme. Die ersten Kulturen sind laengst abgeerntet, wie Schnittsalat und Radieschen. Auch die ersten Kopfsalate sind laengst in der Kueche verarbeitet. Selten ein Jahr, in dem wir so viel Salat essen konnten wie in diesem. Den Rest des Eintrages lesen »

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Nun sind die Schnecken aber bei weitem nicht die einzigen Fressfeinde, mit denen wir uns so als Hobbygaertner herumschlagen muessen. Habe ich doch vor einiger Zeit einen Bericht darueber verfasst, wie gut unser sibirischer Kohl im Garten gedeiht und wie einfach es ist, ihn anzubauen. Es waere auch zu schoen gewesen, um wahr zu sein. Nach dem ersten Schnitt vor einigen Wochen ist der sibirische Kohl ganz ordentlich gewachsen. Aus der Ferne sah er so was von einlandend lecker aus, einfach ein Genuss fuer die Augen und eine Vorfreude fuer den Gaumen. So habe ich unsere Hauskoechin mal wieder eingeladen, mit uns einen “Erntetag” zu veranstalten. Da gab es noch eine ganze Reihe Stielmus und eben sibirischen Kohl zu ernten und zu verarbeiten.

Bewaffnet mit einem Messer und einer grossen Waschbuette sind wir dann zum Kohl gestiefelt, Den Rest des Eintrages lesen »

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“Mulch total”, gibt es da nicht eine Reihe von Buechern, die sich genau mit diesem Thema befassen? Gibt es da nicht Leute, die genau diese Methode propagieren? Gibt es da nicht sogenannte “Gartenexperten”, (selbsternannt oder nicht) die mir genau das weismachen wollen, ich muesse die Natur nachahmen, ich muesse mich an dem orientieren, was ich um mich herum in der Natur beobachte? Es gibt kein unbewachsenes Stueckchen Erde, keine unbedeckte nackte Erde in der Natur, und genau das muesste ich mir als Hobbygaertner zum Ziel setzen, in meinem Garten auch umzusetzen. Alles gut und schoen.

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