Posts Tagged “Landleben”

Es war mal wieder so weit. Einige unserer Kaninchen sollten geschlachtet werden. Gross und alt genug waren sie,  und dafuer halten wir sie ja auch. Wie auch beim letzten Mal haben wir diese Arbeit von einem Profi erledigen lassen. Versteht sich von selbst. Jetzt verdient so ein Landmetzger sein Geld natuerlich nicht nur mit Kaninchen. Diese sind eher Beiwerk und werden so zwischendurch erledigt. Das eigentliche Geschaeft macht ein Metzger mit den groesseren Tieren. Und bei besagtem Metzger vornehmlich Rinder und Kaelber. Schweine duerfen, so habe ich erfahren, dort nicht geschlachtet werden. Schweine sind Allesfresser und duerfen nicht zusammen mit Rindern in einem Betrieb verarbeitet werden.

Eigentlich hatte ich einen ruhigen Tag geplant.

Ich hatte mich auf einen ruhigen Tag eingestellt, wollte mir ansehen wie meine Kaninchen geschlachtet werden und vielleicht auch einen Film darueber drehen. (Darueber werde ich spaeter noch berichten). Aber es kam ganz anders. Den Rest des Eintrages lesen »

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Puh, heute habe ich wieder einen Film fuer meinen Adventskalender gefunden, der mir glatt die Sprache verschlagen hat. Da hoert man doch allerorten, wie schlecht es der europaeischen Bauernschaft heutzutage geht. Ueberproduktion, steigende Dieselkosten, aus dem Sueden zuwandernde Schadinsekten, landwirtschaftliche Billigimporte aus Afrika, die den Markt ueberschwemmen und die hiesigen Landwirte in den Ruin treiben, Klimawandel und Subventionsabbau. So ein Landwirt heutzutage hat es schon nicht einfach. Muss ich ehrlicherweise zugeben. Wir alle sollten dankbar dafuer sein, dass die Bauern Europas dieses harte und entbehrungsreiche Leben erdulden und nicht den Kopf in den Sand stecken oder aber in Indien um “Politisches Asyl” ersuchen.

Wie aber bei allem im Leben, es gibt immer eine zweite Seite der Medallie. Auch wenn die Klimaanlage im neuesten unsagbar teuren Maehdrescher wieder einmal ausgefallen ist, auch wenn wieder einmal Spaziergaenger ihre Hunde in die Getreidefelder haben laufen lassen, die danach aussehen als waere ein Ufo gelandet, auch wenn wieder einmal Natur- und Umweltschuetzer den muehsam aufgepaeppelten genmanipulierten Mais mit dem Rasentrimmer niedergemacht haben, auch wenn wieder einmal ein paar Bazillen den gesamten europaeischen Gemuesemarkt aus den Angeln gehoben haben, auch wenn kein Mensch mehr Rindfleisch kauft, weil die Viecher in ihren kleinen Staellen einen Rappel kriegen und sich wie wahnsinnig auffuehren, auch wenn die Lobby der Landwirte immer noch keine Zulassung von Traktoren, Maehdreschern und sonstigem monstroesen Geraetschaften auf Autobahnen durchsetzen konnte, auch wenn jetzt leider verboten wurde, Altoele ins Tierfutter zu mischen, es bleibt immer noch Zeit fuer einen kleinen Spass. Kein Landwirtleben kann so hart sein, als dass nicht noch ein wenig Zeit zum Lachen bliebe, als dass nicht auch auf dem Acker Zeit fuer einen Klamauk waere.

Schauen Sie sich meinen heutigen Film an, und Sie werden verstehen was ich meine. Den Rest des Eintrages lesen »

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Haben wir doch vor kurzem den Geburtstag unseres “Grossen” gefeiert. Wie das so auf Kindergeburtstagen heutzutage ueblich ist, durfte er seine Freunde einladen. Neun Stueck an der Zahl. Wir haben uns wirklich Muehe gegeben. Ein paar Spiele im Garten, einen Rundgang zu den Tieren, eine festliche Dino-Torte. Und natuerlich am Abend eine deftige Suppe. Es war ja immerhin recht frisch draussen. Da kann eine deftige Gemuesesuppe nicht schaden. Kartoffeln aus eigenem Anbau, Paprika aus eigenem Anbau, Zwiebeln aus eigenem Anbau. Bioanbau nur eben ohne Zertifikat und Auszeichnung. So wie wir unseren Garten eben betreiben.

Naiv wie wir waren, hatten wir uns ausgerechnet, die Kinder wuerden darueber herfallen. Aber weit gefehlt. Von den insgesamt 10 Kindern haben glatte zwei ueberhaupt einen Loeffel Suppe probiert. Einer davon war der unsrige. Die anderen haben sich auf trockene Broetchen und Wuerstchen aus dem Glas beschraenkt. Mit Ketchup natuerlich (gibt es bei denen denn niemals Suppe)?

Unter seinen Freunden war auch der Sohn eines oertlichen Landwirtes. Konventioneller Landbau versteht sich. Bio ist hier in der Gegend naemlich nicht vertreten. Dem habe ich von unserem selbst geernteten Biogemuese erzaehlt. Das Gesicht, welches er daraufhin gemacht hat, sprach Baende. Als haette ich ihm eine Suppe bestehend aus frittierten Scorpionen, eingelegten Huehnerschnaebeln, Brennesselmus und zerstampften Kastanienblaettern serviert.

“Ich esse kein Bio” kam wie aus der Pistole geschossen.

Es gibt eben immer mehr Momente, in denen ich froh bin, einen eigenen Garten zu betreiben. Nicht nur um der Fitness wegen, nicht nur um vielleicht den ein oder anderen Euro zu sparen. Nein, auch um unseren Kindern ein wenig kritisches Denken zu vermitteln, die Saat fuer eine gesunde Portion Zweifel an dem, was gemeinhin als gottgegeben hingenommen wird zu legen, und die Sinne zu schaerfen dafuer, dass ihre Zukunft in ihren eigenen Haenden liegt. Und diese ihre eigenen Haende sollten das richtige tun.

Unser Sohn hat zwei Portionen Suppe gegessen.

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Gartenblogger und die Sommerferien sind so eine Sache! Nach der vielen Arbeit im Fruehjahr haette man sich eigentlich ein paar Wochen Urlaub verdient. Nur, man kann nicht. Denn gerade in den Sommerferien ist Erntezeit. Die Zeit, um die es ja nun eigentlich bei der Hobbygaertnerei geht, jedenfalls wenn es sich um einen Gemuesegarten handelt. Da geraet man schnell in einen Interessenskonflikt. Die Familie und besonders die Kinder schreien nach “URLAUB” und wollen auch nach wiederholter Erklaerung nicht verstehen, dass der einzig wahre Urlaub darin besteht, im Garten zu arbeiten.

In diesem Jahr haben wir das Problem so geloest, dass meine Frau mit den Kindern eine Woche ohne mich an der See war, wir aber auch Zeit hier zuhause verbringen. Auch hier in der Gegend gibt es viel zu entdecken. Aber so ganz ohne kleine Urlaubsreise wollte ich nun auch nicht. So waren wir einige Tage Zelten. Als Ziel haben wir uns den schoenen Ort “Nordhorn” herausgesucht. Den Rest des Eintrages lesen »

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Wieder ein Beitrag aus der Serie: “Die Tuecken des Landlebens.”

Was hat eine Plastikplane auf einem Bauernhof mit meiner geliebten Tasse Tee am Abend zu tun? Das ist eine berechtigte Frage, und die ist so leicht nicht zu beantworten. Es gibt aber eine Verbindung.

Stromausfaelle sind in unserem hochtechnisierten Land nicht unbedingt an der Tagesordnung. Wenn es mal vorkommt im Jahr, dann meistens nur fuer wenige Minuten. Vor einigen Tagen aber hat es uns etwas haerter getroffen. Das gesamte Dorf und einige weitere Doerfer mehr, ja selbst in der naechsten Stadt fiel fuer mehr als 2 Stunden der Strom aus. Gerade zu der Zeit am Abend, zu der ich normalerweise aus dem Garten komme, die Tiere versorgt habe, meine Pflaenzchen gewaessert und was weiss ich noch alles gemacht habe. Dann goenne ich mir an jedem Tag eine heisse Tasse Darjeeling. Das ist ein Riutal, an dem ich sehr haenge. Nur, an diesem Tag war der Weg zu meinem Teegenuss ein etwas holpriger Weg. Kein Strom, kein Heisswasserkocher, kein Tee.

Clever wie ich bin (ha, ha, ha), wollte ich mir mein Teewasser auf dem Gasherd heiss machen. Aber auch da funktionierte die Piezozuendung natuerlich nicht. Zum Glueck war noch ein Feuerzeug im Haus, und ich bin doch noch zu meinem Tee gekommen.

Wie kam es aber nun dazu? Das ist wieder ein Beitrag aus der Serie “Landleben”. Es war an diesem Tag recht windig und, wie wir spaeter aus der Zeitung erfahren haben, wurde vom Wind eine Plane von einem Bauernhof in eine Hochspannungsleitung geweht und blieb dort haengen. Fuer die Bergung mussten Spezialkraefte herbeigeschafft werden, die dann die Plane, nach Abschaltung der stromfuehrenden Leitungen, aus derselben entfernten.

Junge Junge, was so alles passiert. Eine Plastikplane, vielleicht eine mit denen die Bauern versuchen noch frueher ihr Gemuese oder ihre Erdbeeren auf den Markt zu bringen, fuehrt zu einem totalen Stromausfall fuer einige tausend Menschen und bringt mich fast um meinen wohlverdienten Tee am Abend.

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