So schnell gebe ich ja nun nicht auf. Hatte ich doch im letzten Jahr einen Versuch mit verschiedenen Hirsesorten im Garten durchgefuehrt. Das Ergebnis war recht eindeutig. Nur eine hat sich als wirklich tauglich erwiesen. Die Braunhirse. Alle anderen Sorten waren entweder fuer den Hobbyselbstversorger nicht auszudreschen, sie waren nicht zu ernten oder aber sie waren, sagen wir mal so, in einem Zustand, in dem ich sie nicht mehr haette essen moegen. Schimmel hatte sich ausgebreitet. Einzig die Kolbenhirse Herbstfeuer hat sich als praktikabel erwiesen. Die Pflanzen sind sind recht frueh abgereift, sie sahen gesund und nicht angeschimmelt aus und sie liess sich recht problemlos ernten und ausdreschen.
Genau diese Hirsesorte wollte ich in diesem Jahr erneut anbauen, in groesserem Stil allerdings. Mit einer Reihe, wie im letzten Jahr, kaeme man als Selbstversorger ja nun nicht weit. 🙂

Der Abstand ist das Problem
6 Reihen habe ich von meiner Braunhirse im Fruehjahr mit der Saeemaschine in die Erde gebracht. Gerade so in einem Abstand, dass ich mit einer Radhacke noch gut zwischen den Reihen hindurch fahren konnte. Die sind auch problemlos gewachsen. Einzig die Tatsache, dass die Saeemaschine nun nicht gerade einen optimalen Saatabstand einhaelt, was in der Natur der Sache liegt, fuehrte dazu, dass die Pflanzen in der Reihe viel zu dicht standen.

Ich krieche nicht mehr auf der Erde herum
Was tun? Auslichten? Klar, koennte man machen. Bei insgesamt 48 Metern Reihe ist das allerdings kein Zuckerschlecken. Da unten auf der Erde herumzukriechen und die ueberzaehligen winzigen Pflaenzchen aus der Erde zu rupfen, ist nicht unbedingt angenehm. Schon gar nicht in meinem Alter. So habe ich nur die beiden aeusseren Reihen auf einen halbwegs ordentlichen Pflanzabstand gebracht, die anderen aber einfach so wachsen lassen, wie sie von der Saeemaschine in die Erde gebracht wurde.

Die Folgen waren abzusehen. An den Pflanzen in den ausgelichteten Reihen haben sich wenige, aber grosse Kolben gebildet, die leicht zu ernten und zu dreschen waren. Bei den Reihen, die gewachsen sind, wie sie gesaeet wurden, hatte ich viele, und ich spreche von sehr vielen, Kolben. Allerdings alle nur klein bis winzig klein.

Trotzdem bin ich mit dem Ergebnis zufrieden
Alle von Hand abgepflueckt. Keine leichte Arbeit. Ich hatte es geahnt.
Ja, ich haette die Saeemaschine auch auf einen kleineren Lochabstand einstellen koennen. Haette aber zur Folge gehabt, dass das Unkraut viel mehr Platz gehabt haette, sich auch in der Reihe auszubreiten.
Selbstversorgung ist eine Sache der Abwaegung. Wie viel Zeit und Aufwand kann und sollte man investieren, damit sich das Ergebnis noch rechnet.
Trotzdem bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Einen 25 Kilo Honigeimer voll habe ich ernten koennen. Damit kann ich leben.
Ich habe Ihnen mal einige Buecher zum Thema Hirse herausgesucht.
Viel Spass bei meinem Selbstversorger Telegramm.