Nachdem ich nun vorgestellt habe, wie einfach es ist, auch in kleinen Gaerten Huehner zu halten, ohne befuerchten zu muessen, die Huehner auf der Terrasse neben dem Grill sitzen zu haben, moechte ich heute noch ein Buch vorstellen, dass alle Informationen liefert, die angehende Huehnerhalter brauchen, um mit den neuen Haustieren zurecht zu kommen. Man muss es ja nicht unbedingt so machen wie wir.

Machen Sie es nicht wie wir. Informieren Sie sich, bevor Huehner bei Ihnen einziehen.

Als wir naemlich mit der Huehnerhaltung anfingen, sind wir mehr oder weniger ins kalte Wasser gesprungen. Ich habe mir mal einige Buecher aus der Buecherei ausgeliehen und durchgeblaettert, ich habe mal bei google nach “Huehnerstall” gesucht, mich im Huehnerforum angemeldet und einige Zeit mitgelesen, wir haben uns auch den Huehnerstall unserer Nachbarn angesehen. Mehr aber auch nicht.

Das hat mir gereicht um loszulegen. Aus einem alten Pferdestall haben wir mit ein paar Dachlatten, einigen Balken und Brettern und natuerlich mit Drahtgeflecht in wenigen Tagen ein Domizil fuer unsere Huehner gebastelt. Die Tiere fuehlen sich wohl, sie legen fleissig Eier, und mittlerweile haben wir auch die diversen Ausfluege des Federviehs in die Umgebung mehr oder weniger im Griff.

Ein Buch als Einstieg in die Huehnerhaltung

Jetzt habe ich dieser Tage netterweise vom “Ulmer Verlag” ein Buch mit dem Titel “Huehner in meinem Garten. Alles ueber Haltung und Staelle” zugesandt bekommen, mit der Bitte, meinen Senf dazu zu geben. Das will ich doch dann mal machen. Bei der Gelegenheit kann ich dann auch schnell mal vergleichen, ob das, was wir uns da so zusammengebastelt haben, auch dem entspricht, was ein Profi empfiehlt. Schaden kann es naemlich sicher nicht, ein Buch im Schrank zu haben, in dem man bei Fragen nachschlagen kann.

Und ich muss sagen, so viel haben wir gar nicht falsch gemacht. Bis auf wenige Ausnahmen und Kleinigkeiten haben wir genau das umgesetzt (oder sind dabei), was im Buch empfohlen wird. Unsere Huehner haben einen geraeumigen Stall, der vor Wind und Wetter schuetzt. Sie haben einen grossen Auslauf, der genuegend Beschaeftigung bietet, sie bekommen (meistens ;) ) genug und abwechslungsreiches Futter, von daher koennen sie sich ueberhaupt nicht beklagen.

Aber kommen wir auf das Buch zu sprechen. Sollten Sie auch mit dem Gedanken spielen, Huehner halten zu wollen, wozu ich dringend raten kann, dann ist dieses Buch ein guter Einstieg. Auf rund 200 Seiten erfahren Sie alles, was Sie zum Einstieg in die Huehnerhaltung wissen muessen. Angefangen beim Hinweis, dass Nutztiere keine Kuscheltiere sind, ueber das Verhalten von Huehnern, deren Anatomie, die richtige Fuetterung bis hin zu Fragen bezueglich der eigenen Zucht, bleibt kein Thema unbehandelt. Haben Sie dieses Buch erst einmal gelesen, wissen Sie, welche Rasse fuer Sie am besten geeignet ist, Sie wissen, wie Sie ein frisches von einem aelteren Ei unterscheiden koennen und Sie wissen, welche Krankheiten Ihre Schuetzlinge denn so plagen koennen. Sie haben erfahren, dass Huehner so gut wie Hunde hoeren koennen (haette ich nicht gedacht, bei dem Krach, den die machen :) ) und Sie wissen auch, dass eine Glucke schon am 18ten Tag des Bruetens mit ihren ungeschluepften Kueken im Ei kommuniziert. Da bleibt keine Frage offen.

Ein weiterer grosser Teil des Buches befasst sich mit dem Thema Stall (mehr als die Haelfte des Buches). Welche Voraussetzungen muss ein Stall erfuellen, um den Tieren ein angenehmes Zuhause zu geben? Wie baut man einen Huehnerstall oder ein bestehendes Gebaeude in einen Huehnerstall um, und wie muss die Inneneinrichtung aussehen? Wie gestaltet man den Auslauf abwechslungsreich, und wie hoch muss der Zaun sein, damit Ihre Schuetzlinge nicht doch das Weite suchen? Schoene Photos und reichlich Zeichnungen zeigen, wie es aussehen kann und sollte. Auch in dieser Hinsicht gibt es im Buch mehr als genug Vorschlaege und Beispiele. Haben Sie das dann alles gelesen, sind Sie mit Sicherheit fit fuer Ihre ersten Huehner. Zumindest in der Theorie. :)

Man lernt nie aus

Auch ich habe einige interessante Dinge gefunden, die ich noch umsetzen muss. Einen Windfang z.B. sollte ich noch basteln genauso wie einen kleinen separaten Stall, in dem kranke Huehner von der “Meute” getrennt werden koennen. Auch das Thema “Kuenstliche Aufzucht von Kueken im Brutkasten”, dass im Buch sehr umfangreich behandelt wird, hat mich auf einige neue Ideen gebracht.

Einige wichtige Informationen kommen jedoch zu kurz (fuer fortgeschrittene Huehnerhalter)

Wir halten ja nun schon zwei Jahren Huehner und sind immer noch voll begeistert. Es ist immer wieder eine Freude, sich an einem warmen Tag mit einem Stueck alten Brotes zu den Huehnern zu setzen und sie zu fuettern. Wir haben schon so einiges “mitgemacht”. Ausgebuexte Huehner, Fluegelstutzen (was im Buch uebrigens nicht erwaehnt wird), eigene Kueken und auch einmal ein Huhn, dass am Morgen tot im Stall lag. Von daher haben wir schon einige Erfahrungen gesammelt. Deshalb moechte ich auch nicht damit hinter dem Berg halten, dass meiner Meinung nach in dem Buch einige Informationen zu kurz kommen. Das ist vor allem der Punkt mit der Gesundheit.

Sicher, im Buch werden die wichtigsten Erkrankungen mit Symptomen und moeglichen Behandlungsmethoden beschrieben. Es wird auch darauf hingewiesen, wie man sie vorbeugend verhindert, was sicherlich die bessere Methode ist. Es wird auch darueber geschrieben, das Huehner geimpft werden muessen. Das ist dann aber auch schon alles. Diesbezueglich haette ich etwas mehr erwartet. Ich haette mir z.B. ein Bild einer roten Vogelmilbe gewuenscht und auch gerne gesehen, wie man den Befall im Stall und am Huhn erkennt. Ich haette mir z.B. gewuenscht zu erfahren, woran ich denn erkenne, ob meine Huehner von Bandwuermern befallen sind (Schwaechung des Allgemeinbefindens ist mir zu wenig) und ich haette mir auch gewuenscht, zu erfahren, wie ich denn meine Tiere impfen kann. Es wird erwaehnt, dass inzwischen alle Huehner, auch die von Hobbyhaltern gegen die “Newcastle Krankheit” geimpft werden muessen. Dass der Impfstoff, soweit ich weiss, aber nur in Portionen fuer 1000 Huehner zu haben ist, wird nicht gesagt. Dass auch das Stutzen der Fluegel weder erwaehnt noch gezeigt wird, finde ich schade.

Aber, das sind alles Probleme, die erst spaeter auftauchen und mit denen Sie sich als “Neu-Huehnerhalter” erst einmal nicht auseinandersetzen muessen.

Fazit

Spielen Sie also mit dem Gedanken, eigene Huehner halten zu wollen, dann investieren Sie 14,90 Euro in dieses Buch. Fuer den Einsteiger gut investiertes Geld. Sie werden nicht enttaeuscht sein.

Hühner in meinem Garten: Alles über Haltung und Ställe

Von Beate und Leopold Peitz / Wilhelm Bauer
ISBN 978-3-8001-77226
Ulmer Verlag
Auch als Ebook drei Euro preiswerter fuer nur 11,99 Euro

 

Ach so, noch was. Ich habe das Buch zwar kostenlos zur Verfuegung gestellt bekommen, habe aber trotzdem meine ehrliche Meinung wiedergegeben.

10 Antworten zu ““Huehner in meinem Garten”, oder was Sie wissen muessen, um selbst Huehner zu halten. (Buchrezension)”
  1. Pythia sagt:

    wirst du von denen bezahlt? hoert sich verdaechtig nach werbung an. bist du so leicht zu kaufen?

  2. Pythia sagt:

    irgendwie macht das in letzter zeit keinen spass mehr deinen block zu lesen: frauenfeindlichkeit, boeswilligkeit, unwissen, halbwissen und jetzt auch noch werbung. das macht echt keinen spass mehr…

  3. Markus sagt:

    Hallo,

    ich glaub Pythia versteht irgendwie keinen Spaß, oder täusche ich mich da ;-) .
    Bitte nicht alles so ernst nehmen. Denke das wäre die richtige Einstellung.

    Gruß
    Markus

  4. Klaus S. aus S. sagt:

    Hallo Ralf

    Es ist Frühjahr und die wärmende Sonne bringt bei manchen Leuten die Hormone etwas durcheinander. Ich habe nach wie vor Spass an Deinem Blog und werde auf jeden Fall weiterlesen, mit und ohne Werbung!!

    Gruss Klaus S. aus S.

  5. Annette sagt:

    Ich finde nicht, daß das Werbung ist. Wird ja klar gesagt, was gut ist und was nicht. Und über den ‘frauenfeindlichen’ Beitrag hab’ ich auch sehr gelacht. In gleicher Weise kann ich nämlich über meinen Mann lästern, die einzigen Blumen die er erkennt sind Gänseblümchen, und selbst da besteht ein Restrisiko. Ich denke, Ralfs Frau ist cool genug, damit umzugehen. (oder wie war das mit den giftigen Erbsen…? :-D )

    Liebe Grüße
    Annette

  6. Lutz sagt:

    Hallo Ralf,
    Dein Eintrag ermuntert mich einen Blog über Sportwagen zu schreiben;-)
    Gruss Lutz

  7. Uschl sagt:

    Hi
    stöbere gerne hier, am liebsten schau ich mir die Hühner und Kaninchenbeiträge an aber auch das mit den Gänsen/Enten finde ich interressant!
    Habe selbst welche!

    Nur eine kleine Anmerkung alle Hühner die du gekauft hast sind zu 100% Legehybriden!!!
    Es gibt zig Namen/Farben auch für Hypriden und dennoch sind es keine echten Rassetiere!
    An Hybriden an sich ist nichts auszusetzten ausser die “Herstellung” da die Hahnenküken geschrettert werden!

    Und bei den jungen Kaninchen ist die erste Zeit nach dem “abstillen” vom Muttertier immer heikel da sollte man nur Heu füttern und kein Grünfutter sonst bekommen sie Durchfall!
    Wenn sie futterfest sind kann man langsam anfangen Grünfutter (in kleinen Mengen) zu füttern!
    Durchfall bei kleinen Kaninchen/Küken können auch Kokzidien sein die durch ein simples Medi (paar Tropfen ins Trinkwasser) zu bekämpfen sind ansonsten sieht es für das betroffene Tier sehr schlecht aus da sich die Magenschleimhaut auflöst!
    Diese Kokis sind weit verbreitet und treten immer mal wieder auf besonderst im Sommer wenns heiss ist!
    Vorbeugend kann man auch ein wenig Apfelessig ins Trinkwasser beimischen!

    Wünsche noch viel Spaß mit deinen Tieren und natürlich auch mit deinem Selbstversorgertread, weiter so!

    LG
    Uschl

  8.  
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